XMetaDissPlus

Stand: 31.03.2009

Autor: Stefan Wolf, Bibliotheksservice-Zentrum Baden-Württemberg

Dieser Text liegt auch als PDF-Dokument auf dem Online-Publikationsserver SWOP des BSZ vor:
http://opus.bsz-bw.de/swop/volltexte/2009/699/

Die Beschreibung von Hochschulschriften und Publikationen in institutionellen Repositorien geht in der Regel von den Daten aus, die direkt vom Autor erfasst werden. Das Dublin Core Metadata Element Set (DCMES) [1] ist zwar stets Dreh- und Angelpunkt bei allen Versuchen, diese Beschreibungen zu standardisieren, doch zeigte sich, dass das DCMES alleine dafür nicht ausreicht. Notwendig ist in jedem Fall die Nutzung verbreiteter und akzeptierter Formate, die der laufenden technischen und semantischen Entwicklung entsprechen.

Mit XMetaDiss [2] der Deutschen Nationalbibliothek steht das Format des Metadatensatzes der Deutschen Nationalbibliothek (DNB) für Online-Dissertationen und -Habilitationen inklusive Angaben zum Autor (XMetaPers) als Liefer- und Austauschformat zur Verfügung. Es vereint die Vorzüge semantischer Eindeutigkeit der verwendeten Elemente in einem XML-Schema mit den verschiedenen Lieferverfahren, die die DNB anbietet. In den gängigen Hochschulschriftenserversystemen wie z. B. OPUS [3] sind die notwendigen Schnittstellen implementiert. XMetaDiss ist auf Online-Dissertationen und -Habilitationen beschränkt. In den institutionellen Repositorien und Hochschulservern findet sich aber eine weitaus breitere Zahl von Dokumentarten: Aufsätze, Konferenzbeiträge, Digitalisierungen, Festschriften, auch Video-Beiträge und vieles Weiteres. Sollen Metadaten zu den weiteren Dokumentarten ausgetauscht werden, reicht der Umfang von XMetaDiss nicht aus.

Interesse des Bibliotheksservice-Zentrums Baden-Württemberg (BSZ) ist es, Standards - wo immer sie vorhanden sind - zu nutzen und zu bedienen. Für den Transport von Metadaten aus institutionellen und fachlichen Repositorien zur Verbunddatenbank des Südwestdeutschen Bibliotheksverbundes (SWB) war neben dem Transport von Metadaten von Dissertationen zur DNB eine Lösung zu finden, die den bestehenden Standard nutzt, so weit das nur möglich ist. Nach Lage der Dinge kann als Standard nur XMetaDiss gelten. Die Lösung liegt in der Erweiterung von XMetaDiss zu XMetaDissPlus: XMetaDiss wurde so zu XMetaDissPlus erweitert, dass die weiteren Publikationstypen in Hochschulschriftenservern darstellbar und austauschbar sind; XMetaDiss selbst wurde nicht verändert, sodass XMetaDissPlus mit Ausnahme der Erweiterung vollständig kompatibel und kongruent zu XMetaDiss ist.

Die Erweiterung liegt in der Definition der Dokumenttypen - dafür wurden mit Hilfe einer Schemadatei [4] und einem zweiten Schema [5] die Dokumenttypen validierbar definiert. Die Liste der Dokumenttypen ist prinzipiell veränderungsfähig, weitere Publikationstypen werden, sofern sinnvoll, aufgenommen. Mit einem halbautomatischen Verfahren können so Beschreibungen aus Hochschulschriftenservern aller technischen Systeme, sofern sie XMetaDiss bzw. XMetaDissPlus ausliefern können, an die WINIBW des PICA-Systems des SWB übergeben, durch ein Skript in das Erfassungsformat transformiert und im Verbund gespeichert werden. Nach erfolgter Titelaufnahme bietet das Verbundsystem die PicaProduktionsNummer (PPN) dem Hochschulschriftenserver zur Speicherung an – damit besteht neben der URN eine weitere Verbindung zwischen Titelaufnahme im Katalog, Metadaten im Hochschulschriftenserver und Publikation.

Erwähnenswert ist, dass das Scholarly Works Application Profile (SWAP) [6] den gleichen Weg der Auslagerung von Publikationstypen in ein eigenes Schema mit seinem "Eprints Type Vocabulary Encoding Scheme" [7] geht. Inwieweit sich das Schema von SWAP mit den in Deutschland gebräuchlichen Unterteilungen harmonisieren lassen wird, muss sich zeigen. Erwähnenswert ist, dass SWAP vom Dublin Core Usage Board mit fast allen Kriterien als Dublin Core konform erklärt worden ist. [8]

Das geschilderte Verfahren wurde 2006 eingerichtet. 2008 wurde das Pflichtexemplarrecht der DNB auf alle Typen von Hochschulschriften ausgedehnt. In Absprache mit der Sektion 4 des Deutschen Bibliotheksverbands (DBV) beabsichtigt die DNB, im Zuge der erweiterten Pflichtabgabeverordnung die Ablieferung von Hochschulschriften aller Art aus institutionellen Repositorien an die DNB auf die Basis von XMetaDissPlus zu stellen.

Unter der URL http://www.bsz-bw.de/xmetadissplus/ werden dauerhaft bzw. bis auf Weiteres (falls die DNB die Pflege des Schemas übernimmt) Informationen zu XMetaDissPlus, die Dokumentation und der Zugang zu den Schemadateien angeboten.

Informationen samt Referenzbeschreibung zum Standard XMetaDiss der DNB finden Sie hier:
http://www.ddb.de/standards/xmetadiss/xmetadiss.htm

Die Schema-Dateien zum Standard XMetaDissPlus in der aktuell gültigen Version 1.3 finden Sie hier:
http://www.bsz-bw.de/xmetadissplus/1.3/xmetadissplus.xsd
http://www.bsz-bw.de/xmetadissplus/1.3/xmetadissplusterms.xsd
http://www.bsz-bw.de/xmetadissplus/1.3/xmetadissplustype.xsd

Ansprechpartner im BSZ: Stefan Wolf

Quellen

1.   http://dublincore.org/documents/dces/
2.   http://www.d-nb.de/standards/xmetadiss/xmetadiss.htm
3.   http://www2.bsz-bw.de/cms/digibib/opus/
4.   http://www.bsz-bw.de/xmetadissplus/1.3/xmetadissplus.xsd
5.   http://www.bsz-bw.de/xmetadissplus/1.3/xmetadissplustype.xsd
6.   http://www.ukoln.ac.uk/repositories/digirep/index/Eprints_Application_Profile
7.   http://ukoln.ac.uk/repositories/digirep/index/Eprints_Type_Vocabulary_Encoding_Scheme
8.   http://dublincore.org/news/2009/