Bibliotheksservice-Zentrum (BSZ) Baden-Württemberg // Südwestdeutscher Bibliotheksverbund
Rezension aus:
Informationsmittel für Bibliotheken (IFB) 5(1997) 1/2
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Bibliographie zur Geschichte der Mark Brandenburg


97-1/2-219
Bibliographie zur Geschichte der Mark Brandenburg / bearb. von Hans-Joachim Schreckenbach und Helmut Schönfeld (Altmark). - Weimar : Böhlau. - 25 cm. - (Veröffentlichungen des Brandenburgischen Landeshauptarchivs ; ...). - Titel der Schriftenreihe bei Teil 1 - 5: Veröffentlichungen des Staatsarchivs Potsdam
[3863]
Teil 6. Berichtigungen und Nachträge, Orts- und Personenregister / bearb. von Horst L. Petrak. - 1997. - 517 S. - (... ; 32). - ISBN 3-7400-0885-7 : DM 118.00

Die Vorarbeiten zur Bibliographie zur Geschichte der Mark Brandenburg begannen, angeregt von der 1957 eingerichteten Landesgeschichtlichen Forschungsstelle für Brandenburg, vor nun beinahe 40 Jahren, nachdem bereits mehrere Versuche zur Erstellung einer retrospektiven, historischen Bibliographie Brandenburgs unvollständig geblieben oder gescheitert waren.[1] Auf eines der nicht ausgeführten Projekte - einen von der Brandenburgischen Landes- und Hochschulbibliothek Potsdam (heute Stadt- und Landesbibliothek) geplanten Gesamtkatalog der Brandenburgica - konnten die Bearbeiter zurückgreifen: die 1961 übernommenen Titelkarten, die den bis 1955 in den Katalog aufgenommenen Brandenburgica-Bestand der Potsdamer Bibliothek verzeichneten, bildeten den Grundstock der vorliegenden Bibliographie. Nach mehreren weiteren Jahren der Sammelarbeit konnte schließlich 1970 der erste, dem allgemeinen Schrifttum gewidmete Teil erscheinen. In relativ kurzer Folge kamen der Teil 2 mit den Hauptgruppen IX. Landschaften, Landesteile, Verwaltungsbezirke sowie X. Familien und Personen (1971) und die Literatur zu einzelnen Orten verzeichnenden Teile 3 und 4 (1972 und 1974) heraus. Für die Altmark, die zunächst von der Verzeichnung ausgeschlossen worden war, da seit 1815 nicht mehr zu Brandenburg gehörend, wurde 1986 als Teil 5 ein Sonderband veröffentlicht. Dieser Umschwung ist - wie dem Vorwort von Tl. 5, S. 5 zu entnehmen ist - auf die kritischen Reaktionen, die der Ausschluß hervorgerufen hatte, zurückzuführen. Wie die Herausgeber im Vorwort (S. 5) des vorliegenden Bandes berichten, verschoben sich die Arbeiten am Register bedingt durch die nachträgliche Erstellung des Tl. 5 und Geldmangel. Erst nach Gründung der Forschungsstelle für Brandenburgische Landesgeschichte am Brandenburgischen Landeshauptarchiv (1990) wurden die Planungen zur Fertigstellung der Bibliographie zur Geschichte der Mark Brandenburg wieder aufgegriffen. Insgesamt sind nun über 30.000 Titel verzeichnet, die über alle Teile hinweg fortlaufend durchnumeriert sind.[2] Wie bereits am Titel der Bibliographie zur Geschichte der Mark Brandenburg abzulesen, handelt es sich um eine Regionalbibliographie des alten Typs, wobei der historische Aspekt ganz im Vordergrund steht, und die der regional- und lokalgeschichtlichen Forschung dienen soll. Das behandelte Gebiet ist folgendermaßen umgrenzt: die ehemalige Provinz Brandenburg in den Grenzen des 19. und 20. Jahrhunderts;[3] die Niederlausitz wurde unter Hinweis auf die Bibliographien von R. Lehmann[4] ausgeschlossen; auf die Behandlung der Altmark wurde bereits weiter oben eingegangen. Wegen der historischen Ausrichtung der Bibliographie wurde bis 1970 erschienene Literatur in erster Linie zur politischen Geschichte, Sozial- und Wirtschafts- sowie Kulturgeschichte aufgenommen (Publikationen vor 1800 in stärkerer Auswahl) sowie Veröffentlichungen über Personen und Familien, die in Brandenburg geboren wurden oder dort gewirkt haben, nur begrenzt fand dagegen Geographisches Berücksichtigung, wobei jedoch für topographische Karten bis zur zweiten Hälfte des 19. Jh.[5] und für brandenburgische Tages- und Wochenzeitungen Vollständigkeit angestrebt wurde. Daneben sind ca. 220 ungedruckte Diplom- und Staatsexamensarbeiten aus den 50er und 60er Jahren verzeichnet, die an Hochschulen der DDR erstellt wurden. Schöngeistige Literatur, Kleinschrifttum u.ä. ist nicht enthalten. Das Berichtszeitende ist nicht in allen Tl. identisch, liegt jedoch zum Großteil beim Jahr 1970.

Wie bereits oben angedeutet gliedert sich die Bibliographie zur Geschichte der Mark Brandenburg (ebenso Tl. 5 für die Altmark und die Nachträge in dem vorliegenden Band) in elf Hauptgruppen, worunter man Bereiche zu allgemeinem Schrifttum zu Brandenburg (Abschnitt I - VIII), Regionalem (IX) und Lokalem (XI) findet: I. Bibliographien, Quellenkunde, Hilfswissenschaften; II. Geographische Grundlagen, topographische und statistische Hilfsmittel; III. Sozialökonomische Verhältnisse; IV. Allgemeine und politische Geschichte; V. Staat und Recht, Militärwesen; VI. Kultur, Kunst, Wissenschaft, Volksbildung; VII. Sprache, Volkskunde; VIII. Kirchen, Religionsgemeinschaften; XI. Landschaften, Landesteile, Verwaltungsbezirke; X. Familien und Personen; XI. Orte und Ortsteile.

Auf die Binnengliederung der einzelnen Abschnitte, die sachlich, chronologisch oder alphabetisch erfolgt ist, soll hier nicht näher eingegangen werden. Lediglich die Anlage der Hauptgruppen X. und XI. ist in Bezug auf die vorliegenden Register interessant. Sie wurden so konzipiert, daß ursprünglich ganz auf Personen- und Ortsregister verzichtet werden sollte, es waren zunächst nur Verfasser-, Anonymen- und Sachregister geplant.

Die Familien und Personen in der Hauptgruppe X. ordnen im Personenalphabet, außerdem sind in dieses Alphabet Verweisungen für Historiker und Heimatforscher eingefügt, da Titel zu diesen unter dem sachlichen Aspekt in der I. Hauptgruppe verzeichnet sind. Auf diese Weise wird die gesamte personenbezogene Literatur zentral an einer Stelle nachgewiesen.[6] Durch den nachträglich erstellten Tl. 5 Altmark und die Nachträge wurde dieser Effekt wieder aufgehoben. Das jetzt erschienene Personenregister weist sowohl die Verfasser, Herausgeber und anderen beteiligten Personen als auch - durch Sternchen markiert - behandelte und gefeierte Personen nach, daneben werden zusätzlich Personennamen verzeichnet, die einen Teil von Wortzusammensetzungen (Institutionen-, Ortsnamen u.ä.) bilden und als solche gekennzeichnet sind. I.d.R. sind die Namen nur mit Vornameninitialen indiziert, eine eindeutige Bestimmung ist in diesem Fall also nicht gegeben. Dagegen wurde für die Identifizierung einer Person, von der nur der Nachname bekannt ist, in runden Klammern das Erscheinungsjahr des Titels und nach der laufenden Nummer der Sachtitel in gekürzter Form oder eine Tätigkeitsbezeichnung beigegeben. Daß die Vornamen, sofern bekannt, nicht in Vollform angegeben werden, beruht wohl noch auf der Praxis im Hauptteil der Bibliographie, in dem die Vornamen ebenfalls nur in Initialenform verzeichnet sind. Zum insgesamt positiven Eindruck des Personenregisters trägt vor allem bei, daß bei einer Anhäufung von mehr als acht Titeln unter einem Namen immer die Titel in Kurzform nach der jeweiligen Titelnummer genannt sind. Nummernnester und erfolgloses Nachschlagen werden so vermieden.

Auch das Ortsregister war nicht von Beginn an vorgesehen, es sollte ebenfalls durch Verweisungen - von den Ortsteilen auf die Orte, unter denen die Eintragungen gemacht sind - überflüssig werden (Vorwort zu Tl. 3, S. 5). Nicht nur die nun mehreren Ortsalphabete der Bibliographie zur Geschichte der Mark Brandenburg werden durch das Ortsregister zusammengeführt, sondern es geht in seiner Funktion noch darüber hinaus. Erfaßt werden die zur Gliederung verwendeten Ortsnamen, die in Titeln oder Annotationen genannten und - typographisch gekennzeichnet - Geburts-, Sterbe- und Wirkungsorte der behandelten Personen. Den verzeichneten Orten sind Angaben zu (ehemaligen) Kreisen und heutigen polnischen Namen beigegeben. Fettgedruckte Nummern verweisen auf den entsprechenden Gliederungsabschnitt im Ortsteil der Bibliographie. Unselbständige Orte erhielten im Register einen eigenen Eintrag mit direktem Hinweis auf die Titelnummer im Hauptteil, des weiteren sind die Nummern von Literatur über Ortsteile zusätzlich unter den übergeordneten Orten nachgewiesen. Durch die häufige Beigabe von Stichwörtern werden auch im Ortsregister unüberschaubare Nummernnester umgangen und die Benutzung erfreulich erleichtert. Die Ordnung der Eintragungen richtet sich nach der gegebenen Buchstabenfolge unter Auflösung von Umlauten. Zur leichteren Orientierung nennt die Fußzeile die 5 Teile der Bibliographie mit der jeweils letzten laufenden Nummer, hierdurch konnte in den Registern bei den Verweisungen auf die laufenden Nummern die Bandangabe entfallen.

Neben den Registern enthält der vorliegende Band Korrekturen und Ergänzungen zu den Tl. 1 - 5 sowie einen Nachtragsteil, der laut Vorwort etwa 2000 Titel enthält. Die Bibliographie zur Geschichte der Mark Brandenburg soll mit einem siebten, das Sachregister enthaltenden Teil abgeschlossen werden.

Saskia Hedrich


[1]
Über die bibliographische Situation zu Beginn der Arbeiten an der Bibliographie zur Geschichte der Mark Brandenburg berichtet deren Bearbeiter, Hans-Joachim Schreckenbach, in der Einleitung zu Tl. 1, S. 23 - 36. (zurück)
[2] Die letzte Nummer im Nachtragsteil lautet 40.301, sie stimmt nicht mit der Titelzahl überein, da in der Bibliographie mit Mehrfacheintragungen gearbeitet wurde. (zurück)
[3]
Die Verzeichnung von Titeln zu Berlin wurde in der Einleitung zu Tl. 1 als "nicht vorrangig" bezeichnet, statt dessen wurde auf bereits bestehende Verzeichnisse verwiesen und die Notwendigkeit eines Sonderbandes vermerkt. (zurück)
[4]
Bibliographie zur Geschichte der Niederlausitz / Rudolf Lehmann. - Bd. [1. Literatur bis 1925]. - Berlin : Gsellius. - 1928. - XII, 226 S. - (Brandenburgische Bibliographien ; 3) (Veröffentlichungen der Historischen Kommission für die Provinz Brandenburg und die Reichshauptstadt Berlin ; 2). - 2. (1926 bis 1945 und Nachträge). - Münster ; Köln : Böhlau, 1954. - XII, 250 S. - (Mitteldeutsche Forschungen ; 2). (zurück)
[5]
Ob die anfangs für den Registerband geplante Standortübersicht über die Karten noch in Tl. 7 erscheinen soll, ist leider nicht bekannt. (zurück)
[6]
Im Vorwort zu Tl. 2, S. 6 wird noch ausdrücklich darauf hingewiesen, daß sich ein spezielles Personenregister erübrige. (zurück)

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