Bibliotheksservice-Zentrum (BSZ) Baden-Württemberg // Südwestdeutscher Bibliotheksverbund
Rezension aus:
Informationsmittel für Bibliotheken (IFB) 5(1997) 1/2
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Régi magyarországi nyomtatványok


97-1/2-056
Régi magyarországi nyomtatványok = Res litteraria Hungariae vetus operum impressorum / Magyar Tudományos Akadémia ; Országos Széchényi Könyvtár. - Budapest : Akadémiai Kiadó
[1291]
[Köt. 1]. 1473 - 1600. - 1971. - 928 S. : Ill.
Köt. 2. 1601 - 1635. - 1983. - 855 S. : Ill. - ISBN 963-05-2723 -5[1]

Die Arbeiten am 3. Band mit den ungarländischen Drucken für die Jahre 1636 - 1655 sind an der Nationalbibliothek Széchényi, die 1977 das gesamte Unternehmen als Träger übernommen hat, unter der Leitung von Judit Vásárhelyi in vollem Gange, sein Erscheinen wird innerhalb der nächsten 1 - 2 Jahre erwartet.

Der erste Band enthält die vor 1601 erschienenen Drucke, die auf dem Gebiet des historischen Ungarn in einer beliebigen Sprache erschienen sind. Das bedeutet, daß die in sämtlichen Teilen des infolge der türkischen Besetzung (1526 - 1683) zerrissenen Landes, mit Ausnahme der südlich der Drau bzw. Mur, also im heutigen Kroatien, erschienenen Drucke aufgenommen wurden. Die Bibliographie verzeichnet unter 869 laufenden Nummern insgesamt 896 selbständige Drucke.

Zwölf Jahre später wurde der zweite Band mit alten ungarländischen Drucken der Jahre 1601 - 1635 vorgelegt, wobei alle Drucke erfaßt werden, die in dem genannten Zeitraum auf dem Gebiet des historischen Ungarn in beliebiger Sprache oder im Ausland ganz oder teilweise in ungarischer Sprache erschienen sind. Wie im ersten Band folgt der ausführlichen bibliographischen Beschreibung der insgesamt 963 Drucke mit den Nummern 870 bis 1632 die ebenfalls weitergeführte "negative" Bibliographie, ein Appendix mit Drucken, die in Band 1 und 2 der alten Folge der RMK von Károly Szabó oder in anderen Bibliographien als ungarische Drucke bezeichnet worden waren. Für 85 Titel (Nr. 75 - 155) wird der ausführliche Nachweis geführt oder versucht, daß es sich wahrscheinlich um ausländische Drucke handelt oder der vermutete oder behauptete Druck nicht oder unter anderen Umständen erschienen ist.

Die Drucke selbst sind chronologisch geordnet, wobei nicht eindeutig bestimmbare mit cr. (circiter) und dem wahrscheinlichen bzw. frühest- oder spätestmöglichen Erscheinungsjahr bezeichnet werden. Innerhalb eines Jahres sind die Drucke nach den zeitgenössischen ungarischen Namensformen der Druckorte geordnet. Das Register der Druckorte leistet hier dem sprachlich nicht ausgebildeten Benutzer des Werkes wertvolle Hilfe, wenn er Wien als Druckort nicht findet, weil es im Ungarischen Bécs heißt. Drucke ohne Ortsangabe stehen am Ende eines Jahres. Die im selben Jahr erschienenen Erzeugnisse einer Druckerei werden alphabetisch geordnet.

Die Eintragungen sind folgendermaßen gegliedert: 1. Laufende Nummer; 2. Titelaufnahme; 3. bibliographische Nachweise; 4. Charakterisierung des Druckes und ausführliche Darstellung des Inhalts; 5. Varianten; 6. Textausgaben (nach 1800); 7. Forschungsergebnisse; 8. Verweisungen auf frühere oder spätere Nummern der Bibliographie; 9. Fundorte und Erhaltungszustand der noch vorhandenen Exemplare.

Im allgemeinen folgt die Titelaufnahme den geltenden Regeln, wobei die unterschiedlichen Drucktypen, Akzente und der Zeilenfall nicht ausführlich wiedergegeben werden, weil zur Identifizierung die Titelblatt- oder Reproduktionen von Musterseiten beigegeben sind.

Beim Umfang eines Druckes wird die Bogenzählung in Blatt (fol.) oder Seiten (pag.) exakt angegeben, ggf. werden Lücken vermerkt. Die Titelaufnahme selbst enthält: Verfassernamen, Titel, Übersetzer oder Mitarbeiter, Druckort, Erscheinungsjahr, Drucker oder Druckerei, Umfang, Format und Buchschmuck. Die der Charakterisierung und der Inhaltsangabe des Werkes folgenden Forschungsergebnisse beinhalten Probleme in bezug auf den Verfasser, den Originaltext und den Inhalt des Werkes, bringen Aussagen über die Umstände des Druckes und bieten wichtige weiterführende Literaturhinweise.

Die drucktechnische Gestaltung des Werkes ist in allen Teilen äußerst benutzerfreundlich. Die einzelnen Nummern der Bibliographie lassen sich dank typographischer Hervorhebung leicht überblicken, so die Verfassernamen und das Ordnungswort (in Versalien); Kursiv- und Fettdruck, Kolumnentitel mit Jahr und Druckort sowie die laufenden Nummern bieten dem Benutzer zahlreiche Lesehilfen.

Die Bände enthalten 41 bzw. 68 ungezählte Tafeln mit Reproduktionen der Titelblätter oder Musterseiten. Allerdings finden wir zu den 963 Drucken des zweiten Bandes nur etwa 600 Abbildungen. Das ist jedoch nur zu einem geringen Teil darauf zurückzuführen, daß keine Photos beschaffbar waren (wie z.B. in sechs Fällen aus dem Muzeul Samuel Brukenthal in Sibiu, Rumänien), vielmehr wird in der Differenz die große Zahl der nachgewiesenen, aber nicht mehr auffindbaren ungarländischen Drucke sichtbar, die im Laufe der sehr bewegten historischen Ereignisse in Ungarn verloren gegangen sind. Vier weitere Blätter enthalten als Ergänzungen zum 1. Bd. 29 Titelblätter bzw. Musterseiten.

In beiden Bänden gehen den Registern jeweils eine Karte und ein chronologisches Verzeichnis der Druckorte voraus. Dann folgen jeweils ein alphabetisches Register der Druckereien mit Druckorten und Druckern, ein Personenregister, ein Ortsregister, ein Titelregister, ein Incipit-Register der ungarischsprachigen Lieder und Verse bzw. Gedichte, ein Incipit-Register der lateinischen Originale von Hymnus-Übersetzungen, ein Sprachenregister und ein Register der besitzenden Bibliotheken. Den Abschluß der Bände bilden jeweils Konkordanzen der wichtigsten Hungarica-Bibliographien (RMK I und RMK II, Sztripsky u.a.).

Benutzungshinweise in Ungarisch (S. 27 - 35), Lateinisch (S. 36 - 44) und Englisch (S. 45 - 54) geben einen umfassenden Überblick über Aufbau und Gestaltung des Werkes.


[1]
Vgl. die Rezensionen in Zentralblatt für Bibliothekswesen. - 86 (1972),2, S. 107 - 110 und 98 (1984),3, S. 135 - 136 sowie in ABUN in ZfBB 31 (1984),3, S. 261 - 262 (für Bd. 2). (zurück)

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