Bibliotheksservice-Zentrum (BSZ) Baden-Württemberg // Südwestdeutscher Bibliotheksverbund
Rezension aus:
Informationsmittel für Bibliotheken (IFB) 4(1996) 4
[ Bestand im SWB ]

Deutsch-slavische Literaturbeziehungen im 18. Jahrhundert


96-4-402
Deutsch-slavische Literaturbeziehungen im 18. Jahrhundert / Peter Drews. - München : Sagner, 1996. - 430 S. ; 21 cm. - (Slavistische Beiträge ; 337). - Enth. S. 174 - 404: Publikationen deutsch-slavischer Übersetzungen im 18. Jahrhundert. - ISBN 3-87690-642-3 : DM 52.00
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Der vorliegende Band paßt gut in den Rahmen der hier vorgestellten Übersetzungsbibliographien, da er - ohne es im Titel anzudeuten - zu über der Hälfte aus einer Bibliographie besteht. Die Einleitung (Kapitel I) gibt einen knappen Überblick über die sehr unterschiedliche Intensität der Literaturbeziehungen überhaupt, die erwartungsgemäß in Ländern mit hohem deutschsprachigen Bevölkerungsanteil am stärksten war, und gibt einen ebenso gedrängten Hinweis zur Erforschung des Phänomens der Literaturbeziehungen zwischen Deutschland und den slawischen Ländern. Der darstellende Teil (Kapitel II) behandelt zunächst Die Rezeption deutscher Belletristik in den slavischen Literaturen (S. 22 - 87) mit Abschnitten nach Gattungen (Kinder- und Jugendliteratur; Geistliche Lyrik; Weltliche Lyrik; Prosa; Drama; Deutsche Literatur im Spiegel slavischer Kritik), während erst die Binnengliederung nach Ländern erfolgt; Kapitel III behandelt Die Rezeption slavischer Belletristik in Deutschland (S. 88 - 160) mit Abschnitten über die Belletristik in Lehrbüchern für Deutsche und einem weiteren, nach Sprachen untergliederten über die Slavische Literatur in der deutschen Publizistik. Es folgt die Schlußbetrachtung (Kapitel IV) sowie eine nach Ländern gegliederte Auswahlbibliographie zur Sekundärliteratur (Kapitel V, S. 163 - 173).

Die umfangreiche Bibliographie (Kapitel VI) gliedert sich in zwei Abschnitte: 1. Publikationen deutscher Belletristik in slavischen Sprachen (S. 175 - 393) und 2. Publikationen slavischer Belletristik auf Deutsch (S. 394 - 404): die ungleiche Länge der beiden Abschnitte belegt die Unausgeglichenheit zwischen Geben und Nehmen. Berücksichtigt ist "Literatur ..., die fiktionale Elemente besitzt", glgtl. vermehrt um sonstige Texte, wenn es darum ging, bei besonderen Autoren Vollständigkeit anzustreben; der Begriff Übersetzung ist weit gefaßt und schließt auch "Nachschöpfungen" ein. (Hinweise aus der Vorbemerkung zur Bibliographie, S. 174 - 175). Der 1. Abschnitt verzeichnet 2380 durchnumerierte Titel, die sich äußerst unterschiedlich auf folgende Sprachen verteilen: Kroatisch (1 Titel), Polnisch (445), Russisch (555), Serbisch (7), Slowenisch (87), Niedersorbisch (68), Obersorbisch (534), Tschechisch (483). Ein beträchtlicher Teil der Eintragungen entfällt auf einzelne Kirchenlieder, z.T. werden entsprechende Sammlungen ausgewertet. Berücksichtigt sind erfreulicherweise auch Übersetzungen in Zeitschriften. Anlage im Verfasseralphabet (mit Angabe des Geburts- und Todesjahres), bzw. unter Formalgruppen wie Anonyme Kirchenlieder und einer abschließenden Rubrik Übertragungen nicht ermittelter Vorlagen. Die Abschnitte für die Sprachen haben ihre eigenen Register, die sich allerdings auf die Übersetzungstitel beschränken. Verfasser, Übersetzer und sonstige erwähnte Personen muß man in dem das gesamte Buch erschließenden Namensregister am Schluß des Bandes ermitteln. Die Titelaufnahmen befleißigen sich äußerster Knappheit, so daß das Abkürzungsverzeichnis dauernd herangezogen werden muß. Leider fördert auch die simple typographische Gestaltung des Bandes nicht gerade die leichte Benutzbarkeit. Der kurze 2. Abschnitt verzeichnet nur 125 Titel und ist gleichfalls nach Sprachen geordnet. - Die Bibliographie ist dazu angetan, einen der immer noch zahlreichen weißen Flecken auf dem Gebiet der Übersetzungsbibliographien zu tilgen.

sh


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