Bibliotheksservice-Zentrum (BSZ) Baden-Württemberg // Südwestdeutscher Bibliotheksverbund
Rezension aus:
Informationsmittel für Bibliotheken (IFB) 4(1996) 2/3
[ Bestand im SWB ]

Joseph-Roth-Bibliographie


96-2/3-228
Joseph-Roth-Bibliographie / bearb. von Rainer-Joachim Siegel. - Morsum/Sylt : Cicero-Presse, 1995. - 551 S. ; 25 cm. - ISBN 3-89120-014-5 : DM 280.00
[3153]

Es ist schon bemerkenswert, wie zielstrebig der Verleger Timm A. Zenner das Programm hochkarätiger Personalbibliographien in der Cicero-Presse ausbaut. Nach der grundlegenden Thomas-Mann-Bibliographie von Georg Potempa (IFB 94-1-317) und der Benjamin-Bibliographie von Momme Brodersen (IFB 96-1-034) ist nun die erste subjektive Personalbibliographie zu Joseph Roth anzuzeigen.

Publikum und Forschung haben das Werk von Roth seit längerem entdeckt. So ist es erfreulich, daß die bislang vor allem in den Apparaten der von Fritz Hackert und Klaus Westermann besorgten sechsbändigen Werkausgabe versteckten bibliographischen Hinweise zusammen mit vielen unbekannten Daten, deren Ermittlung angesichts der Exilbiographie Roths höchst aufwendige Recherchen erfordert hat, nunmehr zu einer übersichtlichen Bibliographie vereinigt sind.

Die Primärbibliographie gliedert sich in die Rubriken Werkausgaben, Teilsammlungen, Einzelausgaben, Teilabdrucke der Einzelausgaben, Beiträge, Fragmente aus dem Nachlaß, Briefe und Übersetzungen. Im Abschnitt Fragmente aus dem Nachlaß werden vereinzelt Manuskripte angeführt, im wesentlichen aber nur die Quellen der postumen Drucke. Eine Erschließung des sogenannten Berliner Nachlasses, der sich jetzt im Deutschen Literaturarchiv in Marbach befindet, wird dort vorbereitet. Darin sollen auch die verstreut an anderen Orten (Internationaal Instituut voor Sociale Geschiedenis, Amsterdam; Leo-Baeck-Institut, New York; Forschungs- und Dokumentationsstelle für Neuere Österreichische Literatur, Wien usw.) verwahrten Bestände einbezogen werden. Ein Problem wird bleiben, daß von den Exil-Verlagen zwar das Archiv des Verlags Allert de Lange wieder zugänglich ist, das Querido-Archiv jedoch weiterhin als (in Moskau?) verschollen gelten muß. Als vorläufigen Behelf hat Siegel auch der Rubrik Briefe eine Liste von Standorten unveröffentlichter Briefe beigegeben.

Im Gegensatz zu der Vollständigkeit anstrebenden Primärbibliographie hat die als letzter Teil angefügte objektive Personalbibliographie Auswahlcharakter. Sie verzichtet z.B. auf den Nachweis von Rezensionen zur Forschungsliteratur. Die auf gut 40 Seiten verzeichnete Sekundärliteratur wird auch nur nach rein formalen Gesichtspunkten untergliedert: Sammelbände/Kataloge; selbständige Veröffentlichungen; unselbständige Veröffentlichungen; Dissertationen.

Unnötig zu betonen, daß die Technik der Titelaufnahmen und die typographische Qualität den Standard wiederholen, den man von der Cicero-Presse gewohnt ist. Die Arbeit mit der Joseph-Roth-Bibliographie wird durch folgende Register erleichtert: Periodika, Titel, übersetzte Titel, Übersetzer, andere Namen.

Hans-Albrecht Koch


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