Bibliotheksservice-Zentrum (BSZ) Baden-Württemberg // Südwestdeutscher Bibliotheksverbund
Rezension aus:
Informationsmittel für Bibliotheken (IFB) 2(1994) 3/4
[ Bestand im SWB ]

Sportwissenschaftliches Lexikon


94-3/4-523
Sportwissenschaftliches Lexikon / Hrsg.: Peter Röthig (Leitung) ... - 6., völlig neu bearb. Aufl. - Schorndorf : Hofmann, 1992. - 568 S. ; 21 cm. - (Beiträge zur Lehre und Forschung im Sport ; 49/50). - ISBN 3-7780-4496-6 : DM 65.80
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Die 1. Aufl. des Sportwissenschaftlichen Lexikons erschien 1972. Sie enthielt 1.274 Begriffe auf 266 Seiten. Das Lexikon war das Ergebnis breit angelegter jahrelanger Bemühungen um eine begriffliche Klarheit der Fachnomenklatur.

Die Auswahl der Lemmata bezog sich nur auf Sachbegriffe; auf biographische Notizen über Persönlichkeiten der Sportwissenschaft und des Sports wurde zunächst noch verzichtet. Um die Benutzer des Lexikons auf die englischen Fachausdrücke hinzuweisen, wurden mit der 1. Aufl. beginnend diejenigen Lemmata übersetzt, für die es eine englische Bezeichnung gibt bzw. die auch im englischen Sprachraum als termini technici vorhanden sind. Im Anhang fand sich ein alphabetisches Verzeichnis wichtiger englischer Fachbegriffe mit deutscher Rückübersetzung sowie - sowohl in der Erstauflage als auch der folgenden Auflagen - eine sukzessiv erweiterte, die allgemeinen Grundlagen und Einzelgebiete der Sportwissenschaft abdeckende Bibliographie. Erst in der 5. Aufl. (1983) wurde hierauf wie auch auf das alphabetische Verzeichnis englisch-deutscher Fachbegriffe verzichtet.

Zwischen 1973 und 1983 erlebte das Sportwissenschaftliche Lexikon vier weitere Auflagen und etablierte sich als Standard-Nachschlagewerk in deutschsprachigen Fachkreisen. Die in der 2. und 3. Aufl. aus dem Jahr 1973 und 1976 vorgenommenen Änderungen bezogen sich im wesentlichen auf die Auswahl der Lemmata. Neue Begriffe wurden aufgenommen und die vorhandenen Lemmata nach dem neuesten Diskussionsstand überarbeitet. Das in der 2. Aufl. angefügte Verzeichnis der Lemmata nach Sachgebieten wurde in der 3. Aufl. wieder weggelassen. Dem lag zum einen die Erfahrung zugrunde, daß sich eine derartige Systematik aufgrund des interdisziplinären Charakters der Sportwissenschaft nicht zufriedenstellend lösen läßt; zum anderen war man sich der Gefahr bewußt geworden, daß aus dieser ursprünglich als bloßer Orientierungshilfe verstandenen Gliederung unberechtigterweise bereits mehr oder weniger selbständige, mit eigenem Fachthesaurus ausgestattete Disziplinen der Sportwissenschaft abgeleitet werden.

Nach der unveränderten 4. Aufl. (1977) wurde das Begriffsgefüge erst für die 5. Aufl. (1983) wieder bearbeitet und die Definitionen auf den neuesten Stand der Fachdiskussion gebracht. Des weiteren enthält die 5. Aufl. erstmals auch Biographien von Persönlichkeiten, die für das Fach Bedeutung erlangten.

Für die aktuelle 6. Aufl. (1992) wurde die sportwissenschaftliche Begriffsnomenklatur im Verhältnis zur vorangegangenen Auflage erneut erheblich aktualisiert. Trotzdem beträgt der Gesamtbestand der Lemmata dieser Auflage nur etwa 1.210 Begriffe, also weniger als in der 1. Aufl. Für die Definitionen und Erläuterungen dieser Begriffe wird jedoch mehr als der doppelte Seitenumfang benötigt. Die Änderungen betreffen daher weniger die quantitative als vielmehr die qualitative Seite des Begriffsbestandes - ein Indiz für die Entwicklung des Sportwissenschaftlichen Lexikons vom Begriffs- zum Sachlexikon.

Wie bereits in der 5. Aufl. wurde auch in dieser Neubearbeitung die Erschließung der Begriffsnomenklatur über einen nach sachgebietsübergreifenden Kategorien organisierten, themenerschließenden Thesaurus vorgenommen, der separat beim Verlag zu erhalten ist. In Betracht kommen nur definierbare termini technici mit fachsprachlicher Bedeutung. Diese Vorgehensweise ersetzt die ursprüngliche Strukturierung des Begriffsbestandes nach einer sachgebietsorientierten Systematik, wie sie noch in der 2. Aufl. angewendet wurde. Der Selektion der Begriffe liegt eine wissenschaftspragmatische Vorgehensweise zugrunde, d.h., Begriffe, die in der fachwissenschaftlichen Realität diskutiert werden, wurden aufgenommen. Inhaltliche Begriffe, besonders dann, wenn sie sich nur auf einzelne Sportarten beziehen, wurden grundsätzlich ausgeklammert. Durch den Verzicht auf derartige, oft banale Begriffe wurde von vorneherein der Gefahr des Ausuferns der Terminologie oder umgekehrt dem eventuellen Vorwurf, den einen oder anderen Begriff vergessen zu haben, vorgebeugt.

Die Begriffsdefinitionen stellen den wesentlichen Inhalt und Umfang eines Begriffes dar. Dabei werden zunächst die dem Begriff zugrundeliegenden Sachbezüge im Sinne einer Realdefinition dargelegt. Bei naturwissenschaftlichen Begriffen tritt an die Stelle der Realdefinition die operationale Definition, d.h., der Sachverhalt wird mittels Maßeinheiten oder Maßverhältnissen bestimmt. In der folgenden sogenannten Umgangsdefinition wird auf den Anwendungsbereich des jeweiligen Begriffes eingegangen. Die dem Lemma beigefügten Literaturangaben beschränken sich auf wesentliche, für den entsprechenden Begriff bedeutende Veröffentlichungen (S. 11).


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