Bibliotheksservice-Zentrum (BSZ) Baden-Württemberg // Südwestdeutscher Bibliotheksverbund
Rezension aus:
Informationsmittel für Bibliotheken (IFB) 9(2001) 2
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Georg Joachim Göschen, ein Verleger der Spätaufklärung und


01-2-251
Georg Joachim Göschen, ein Verleger der Spätaufklärung und der deutschen Klassik. - Berlin [u.a.] : de Gruyter. - 24 cm
[5080]
Bd. 1. Studien zur Verlagsgeschichte und zur Verlegertypologie der Goethe-Zeit / Stephan Füssel. - 1999. - 390 S. : Ill. ; 24 cm. - ISBN 3-11-013797-6 : DM 198.00

Mit den für das Frühjahr 1998 angekündigten, aber erst im Oktober 1999 erschienenen Studien hat die vom Autor so genannte "Göschen-Trilogie" einen vorläufigen Abschluß gefunden. Gleich an drei Stellen des Bandes zeigt Füssel unterdessen dem Leser an, er werde das "während des Umbruchs" der Studien bei "Aufräumarbeiten" im Archiv des Verlags de Gruyter wieder aufgetauchte Briefkopierbuch Göschens der Jahre 1800 - 1817 "mit über 1.000 Eintragungen" als "ergänzende Quellenpublikation vorlegen (S. 13, Fn. 45). Er erwähnt freilich nicht, daß das Verlagsarchiv de Gruyter vor dem Erscheinen der Studien an die Staatsbibliothek zu Berlin übergegangen ist, wo das Briefkopierbuch jetzt eingesehen werden kann. Überdies werden im Rahmen der Göschen-Briefausgabe allein 600 Briefe aus der Korrespondenz des Verlegers mit seinen Zeichnern und Stechern ediert (S. 251, Fn. 23), in deren Mittelpunkt die 38 Briefe von Ramberg (aus der Sammlung des Freien Deutschen Hochstifts) stehen sollen. Zum Fortschritt der Projekte ist in den jüngsten Jahresberichten des Mainzer Instituts für Buchwissenschaft nichts gesagt worden.

Für das Erscheinen des Repertoriums der Verlagskorrespondenz Göschen und der Verlagsbibliographie Göschen[1] vor dem Hauptwerk der Studien hält Füssel eine auf den ersten Blick plausible Erklärung bereit: Angesichts der zersplitterten Quellen "mußten zunächst Göschens weitgestreute Korrespondenzen gesammelt und die Verlagspublikationen ermittelt werden", die dem Leser nun als "Vorstudien" zur Verfügung stehen (S. 6 - 7). Dies entspricht jedoch nicht der Genese des Werks. Füssel hat die Studien im Frühjahr 1991 abgeschlossen und mit der Bibliographie als Anhang in Regensburg als Habilitationsschrift eingereicht. Den heutigen Leser der Studien irritiert natürlich die nicht gelöschte Anmerkung "Vgl. jetzt die Verlagsbibliographie im Anhang" (S. 255) ebenso wie der in letzter Minute ins Manuskript eingeschobene Hinweis auf Schillers Bittbrief vom 15. April 1790: "Der Brief wurde soeben versteigert [...]; vgl. Auktion Sammlung Prof. Herbert Albrecht am 10. und 11.Mai 1991" (S. 76). Der ursprüngliche Plan einer einbändigen Publikation der Studien mitsamt dem bibliographischen Anhang taucht noch 1998 in der völlig verkorksten CIP-Einheitsaufnahme im Impressum zur Verlagsbibliographie auf. Der Bandtitel lautet hier: Bd. 2. Geschichte und Bibliographie des Göschenverlages", und als Verfasser werden die Mitarbeiterinnen des Repertoriums der Verlagskorrespondenz benannt. Der Text der Aufnahme stammt vermutlich aus dem Jahr 1996, in dem der Verlag sich wohl aus verkaufsstrategischen Gründen für eine Separatpublikation entschieden hat. Dies war zugleich die verspätete Geburtsstunde der "Göschen-Trilogie".

Erst nach dem Abschluß des Manuskripts der Studien und des Anhangs "hat die Abteilung zur Erforschung der Geschichte des Buchwesens des Forschungsbereichs der HAB 1991 die Erarbeitung eines umfassenden Repertoriums der Korrespondenz des Verlegers Georg Joachim Göschen initiiert.[2] Das Projekt wurde in nur einem Jahr durchgezogen. Die fatalen Ergebnisse liegen inzwischen vor: Zwei Kenner der Materie, Rainer Schmidt und Dirk Sangmeister, haben das Repertorium unabhängig voneinander in der Luft zerrissen. Schmidt[3] weist vor allem methodische und formale Mängel nach (fehlende Handschriften- und Drucknachweise, ausgelassene Empfangsvermerke, Mehrfachverzeichnungen [sic], falsche oder fehlende Datierungen, fehlerhafte bibliographische Nachweise) und ergänzt die verzeichnete Korrespondenz um dreißig Briefe. Sangmeister[4] hat ad hoc 180 Briefe zusammengetragen, die nicht erfaßt worden sind und zieht daraus das Fazit, daß schon im Hinblick auf das wieder aufgetauchte Briefkopierbuch das Repertorium "grundlegend überarbeitet" werden müsse. Auch die von Füssel mehrfach behauptete Vollständigkeit der Verlagsbibliographie (so etwa S. 12) ist, wie zuletzt Rainer Fürst (IFB 99-1/4-110) gezeigt hat, mehr oder weniger illusorisch. Ärgerlich sind insbesondere die regellosen bibliographischen Beschreibungen der Übersetzungen, die Göschen, der über gute Englischkenntnisse verfügte, wohl als "quick and dirty" bezeichnet hätte. Zudem schreibt Füssel seitenweise die Goethe-Titel aus Waltraud Hagens Standardwerk Die Drucke von Goethes Werken[5] ab, ohne seine Kopierfehler zu überprüfen. So lesen wir bei Füssel zur sogenannten 'geringen Ausgabe' der Schriften Goethes (Nr. 62): "Es existieren Ex. (aller 4 Bde) mit Titelblatt '1787' und 'Kaiserlichem allergnädigsten Privilegium vom 8.11.1805'; sie können folglich erst nach 1805 gedruckt worden sein". In der Vorlage (Hagen Nr. 12) steht dagegen: "Expl mit der Titelaufschrift 'Mit Röm. Kaiserl. allergnädigstem Privilegio' und dem Erscheinungsjahr 1787 in allen 4 Bdn. Hier folgt dem Titelbl. ein Kaiserliches allergnädigstes Privilegium vom 8. November 1805. Bei diesen Expl müssen also die Titelbll. trotz des angegebenen Erscheinungsjahres 1787 frühestens 1805 gedruckt und den Restbeständen der Ausgabe beigefügt worden sein". Das von Füssel (Studien, S. 17) gepriesene Register der Nachdrucke ist in den vom Rezensenten eingesehenen Exemplaren der Verlagsbibliographie ausgefallen. Es existieren also von Band 2 der "Trilogie" zwei variante Drucke.

Als Antwort auf Schmidts Kritik und zur Beruhigung des akademischen Publikums hat Füssel 1997 im zweiten Heft der Wolfenbütteler Notizen zur Buchgeschichte ankündigen lassen, die im Frühjahr 1998 erscheinende "zweibändige Darstellung der Geschichte des Verlegers Georg Joachim Göschen" werde "Irrtümer des Repertoriums" richtigstellen und "Ergänzungen zur Erschließung der Korrespondenz Göschens" bieten. Leider ist dieses Versprechen nicht eingehalten worden. Füssel hat in den Studien lediglich nachträglich entdeckt, daß die Bertuch-Briefe Nr. 1 und 2 aufgrund eines Fehlers in einem Ausstellungskatalog des Düsseldorfer Goethe-Museums im Repertorium auf "1783" datiert worden sind, aber erst 1785 geschrieben worden sein können. Lakonisch hält er an anderer Stelle fest, der Brief Friedrich Karl Georg Sicklers aus Rom vom 20.V.1811 fehle im Repertorium (S. 311, Fn. 71). Es fehlen freilich auch ein Brief des Kartographen von Schlieben vom 29.VIII.1827 und ein Schreiben Herrmann Julius Göschens an Schlieben vom 20.X.1828, aus denen Füssel zitiert (S. 193 - 194). Der Brief der Königin Luise von Preußen vom 30.I.1805, die sich für Göschens Projekt des Journals für deutsche Frauen von deutschen Frauen einsetzte, steht zwar in Füssels Liste der benutzten Archivalien (S. 365), wird aber im Text nicht erwähnt und ist auch im Korrespondenzverzeichnis nicht zu finden. Bei einer intensiven Lektüre des Fußnotenapparats der Studien werden ohne Zweifel weitere Flüchtlinge zutage treten, die den Weg ins Repertorium verfehlt haben.

Man muß Füssel zugute halten, daß er die Arbeit an der Verlagsgeschichte zu einem Zeitpunkt begonnen hat, an dem die kritischen Briefausgaben der wichtigsten Göschen-Autoren (mit Ausnahme Schillers) noch nicht oder nur in ersten Teilbänden zur Verfügung standen. Es war daher häufig notwendig, die Briefschaften "Im Original ein[zu]sehen" (S. 7). Was 'Einsehen" im Einzelfall bedeutet, bleibt jedoch undurchsichtig. Füssel beziffert den Umfang des Briefwechsels zwischen Göschen und Karl August Böttiger auf "900" Briefe (S. 21), aber nur drei Seiten weiter auf "ca. 800" Briefe, von denen, wie Sangmeister nachgerechnet hat,[6] nur 291 im Repertorium auftauchen. Im Falle Wielands wäre es eine Arbeit von wenigen Stunden gewesen, die aus Dokumenten zweiter und dritter Hand stammenden Briefzitate an den zwischen 1995 und 1999 erschienenen Bänden der Akademie-Ausgabe zu überprüfen. Diesen philologischen Kleinkram überläßt Füssel dem Leser, und er wird nicht müde, zu erwähnen, die "Drucklegung" sei bereits 1996 im Gange gewesen (S. 7, 12 u.ö.). Daß ein Manuskript von 25 Bogen, das von der Diskette des Autors auf dem Monitor der Göttinger Druckerei formatiert worden ist, bis zur buchbinderischen Weiterverarbeitung eine Druckzeit von fast vier Jahren in Anspruch genommen hat, ist und bleibt wohl ein Unikum in der Geschichte des deutschen Buchdrucks an der Wende zum 21. Jahrhundert.

Als Leitfaden für die Studien dient Füssel eine "bisher übersehene Verlagsgeschichte in nuce" (S. 13) - Aufzeichnungen des versatilen Weimarer Litterators Karl August Böttiger aus Gesprächen mit Wieland im November 1796 über den Lebenslauf und verlegerischen Werdegang Göschens. Böttigers phänomenales Gedächtnis wird in der erstaunlichen Detailfülle der später stilisierten Fassung sichtbar. Es ist einfach albern, daß Füssel dem Leser vorzugaukeln versucht, die Dresdner Handschrift der Verlagsgeschichte in nuce sei nicht ein Teil des Manuskriptkonvoluts der scharfzüngigen 'Literarischen Zustände und Zeitgenossen', die Böttigers Sohn 1838 (nicht "1831", S. 23) mit Rücksicht auf noch lebende Persönlichkeiten in einer Auswahl herausgebracht hat. Füssel befürwortet nachdrücklich eine "zünftige Edition" der "biographischen Abrisse" und merkt in einer Fußnote an, daß Klaus Gerlach und Ren' Sternke eine Ausgabe angekündigt haben (S. 23, Fn. 10). Diese Ausgabe, ein Erfolgstitel des Aufbau-Verlags, lag im Spätherbst 1998 bereits in vierter Auflage vor, und wie nicht anders zu erwarten, enthält sie auch die Göschen-Biographie,[7] so daß Füssel als Erstentdecker und Ersteditor der Verlagsgeschichte in nuce in des Kaisers neuen Kleidern dasteht.

Ungeachtet der unnötigen Eskapade greift Füssel aus der eigenen intensiv kommentierten Wiedergabe des Böttiger-Textes die wichtigsten Stationen in Göschens Karriere heraus, um sie in weiterführenden Kapiteln in einem größeren buchgeschichtlichen Zusammenhang zu beleuchten: die Loslösung aus der Arbeit in der Buchhandlung der Gelehrten in Dessau, den Weg in die Selbständigkeit mit fremden Kapitalien, die finanziell riskante Herausgabe von Goethes Schriften, die letzten Endes zu einem Bruch zwischen Autor und Verleger führt, die unermüdlichen Bemühungen um die Durchsetzung der Antiquaschrift, die in der monumentalen vierfachen Ausgabe von Wielands Sämmtlichen Werken ihr Ziel erreichen, und nicht zuletzt typographische Meisterleistungen, die aus der stetigen Verbesserung der Satzeinrichtung, der eisernen Presse, der Papierglättung und anderer drucktechnischer Details hervorgehen. In weiteren Kapiteln erörtert Füssel stets quellennah die Organisation des Lektorats bei Göschen und die hausinterne Normierung von Texten. Herausgehoben wird die Sonderrolle Johann Gottfried Seumes, der die anstehenden Texte bearbeitete, den Satz überwachte und die Korrespondenz mit den Autoren führte.

Die im Zeichen des Kriegs stehenden Jahre von 1805 bis 1813, in denen der Niedergang der Unternehmungen Göschens einsetzt, werden von Füssel zu lakonisch abgehandelt. Der von tiefer Resignation geprägte Göschen mußte in seinen letzten Lebensjahren die bittere Erfahrung machen, daß seine Söhne unfähig waren, die Druckerei und den Verlag selbständig zu lenken.

Die bisher weitgehend falsch eingeschätzten Interna des Übergangs des Verlags aus dem Familienbesitz an Cotta im Jahre 1838 vermag Füssel ins rechte Licht zu setzen: Cottas Compagnon Louis Roth fädelte die Transaktion zu günstigen Konditionen über einen Mittelsmann ein. Während Cotta sich sofort die großen Klassiker-Ausgaben sicherte, übernahm Roth später als Geschäftsführer des selbständigen Teilverlags das Restprogramm. Eine Inventurliste von 1845, in der hohe Bestände von Titeln der 1820er und 1830er Jahre auftauchen, wird von Füssel einseitig unter dem Gesichtpunkt der "Vernachlässigung" und "Unverkäuflichkeit" betrachtet (S. 353). Das wissenschaftliche wie das populäre Buch des frühen 19. Jahrhunderts hatte bei weitem eine längere Lebensdauer als der heutige Schnelldreher, der bei anfänglichem schlechten Absatz ohne Verzug ins Moderne Antiquariat wandert. Die 1905 in deutscher Übersetzung erschienene, von Füssel ohne plausiblen Grund arg gescholtene zweibändige Göschen-Biographie aus der Feder des Verleger-Enkels Viscount Göschen war noch in den siebziger Jahren in der Originalverpackung im Buchhandel erhältlich, nachdem der Verlag de Gruyter Zugang zu seinem auf DDR-Gebiet liegendem Depot erhalten hatte.

Was Justus Möser im Januar 1765 in einem Brief an Thomas Abbt über Montesquieu geschrieben hat, gilt in gleichem Maße für den Verfasser der Studien: "Der Mann ist überall schön, aber niehmals auf der Stelle, wo man ihn prüft und anatomirt".[8] Insbesondere Füssels notorischer fahrlässiger Umgang mit fremden und eigenen Texten erweist sich bei der Lektüre immer wieder als unangnehmer Störfaktor. In seiner "diplomatisch getreu ediert[en] Verlagsgeschichte in nuce" treten bei einem Vergleich mit der Transkription von Gerlach und Sternke mehr als siebzig Lesefehler zutage, von denen Füssels 'in hundert Fällen' / G/St 'im Hundertfalle' (S. 46) noch zu den harmlosen zu rechnen ist. Unterstreichungen in Briefautographen und Auszeichnungen in gedruckten Texten fallen beim Zitieren in den Studien grundsätzlich weg. Das fehlerfreie Abschreiben von sieben Zeilen aus dem Reprint der Gruberschen Wieland-Biographie ist für Füssel eine unlösbare Aufgabe (S. 99), und er kann sich auch nicht entscheiden, ob Göschens Landgut in Hohnstädt, Hohnstedt oder Hohenstädt gelegen hat. Die gehäuft auftretenden "Orginale" (S. 7 u.ö.) gehen wohl auf undeutliches Diktieren zurück. Die jüngste Rechtschreibreform erlaubt zwar so ziemlich alles, doch sollte man dem Leser einer wissenschaftlichen Monographie Trennungen wie "De-mohngeachtet" (S. 300) oder "Spä-taufklärung" (S. 376) nicht zumuten.

Mit guten Gründen erklärt Füssel den 1911 von Luise Gerhardt herausgegebenen Briefwechsel zwischen Göschen und Böttiger als für eine "philologisch exakte Zitation unbrauchbar. Eine Überprüfung an den Orginalbriefen [sic] in der Sächsischen Landesbibliothek Dresden bestätigte [...], daß die Ausgabe nicht nur fehlerhaft, sondern durchweg unzuverlässig ist" (S. 10). Dennoch zitiert Füssel alle einschlägigen Briefe fröhlich und unbekümmert nach dieser Ausgabe, auch dort, wo der Fußnoten-Hinweis "vgl. Gerhardt" ausgefallen ist.

Den Schreib- und Lesefehlern stehen die sachlichen Ungereimtheiten in nichts nach. Füssel glaubt in Leipzig die Akten einer "Büchereikommission" konsultiert zu haben, die im 18. Jahrhundert gar nicht existierte (S. 264 u.ö.). Das Exemplar der Konzession des Kurfürsten vom 14. Juli 1797 im Verlagsarchiv de Gruyter ist keine "zeitgenössische Abschrift" (S. 255, Fn. 31), sondern das eigenbehändigte Original.[9] Das bekannte grundlegende Werk zu Göschens typographischen Leistungen von Dietmar Debes ist nicht aus einer "Leipziger", sondern aus einer Berliner Diplomarbeit hervorgegangen (S. 12). Für die Korrektur englischer Texte sollen Göschens Lektoren Samuel Johnsons Dictionary in der Erstauflage von "1775" zu Rate gezogen haben (S. 205, Fn. 6). Den 1991 erschienenen ersten Band der Wieland-Studien hat Füssel im Hildesheimer Nachdruck von 1975 benutzt (S. 376). Der auf Mikroformen spezialisierte Verlag Hänsel-Hohenhausen hat seinen Sitz nicht in "Engelbach" (S. 9, Fn. 20), sondern in Egelsbach vor den Toren der Stadt Mainz.

Überdies hat August Wilhelm Schlegel (wie der Registereintrag bestätigt) am 5. April 1800 einen Brief an seinen 1789 verstorbenen "Leipziger" Verleger Johann Friedrich Hartknoch abgeschickt. Füssel verwechselt den großen Rigaer Verleger Herders, Hamanns und Kants mit dem gleichnamigen Sohn, der seit Juni 1799 nicht in Leipzig, sondern in Rudolstadt als Buchhändler tätig war. Und schließlich meldet sich zwei Jahre nach seinem Tode Johann Georg Krünitz aus dem Grabe zurück, um über "maschinenglattes Papier bei der Jubilatemesse 1798" zu berichten (S. 33, Fn. 63).

Es ist wohl an der Zeit, daß der Verlag Walter de Gruyter für die nächste Füssel-Publikation einen zweiten Seume als Korrektor bereithält.

Horst Meyer


[1]
Bd. 2. Verlagsbibliographie Göschen 1785 bis 1838 / Stephan Füssel. - 1998. - XXXVII, 226 S. : Ill. - ISBN 3-11-013798-4 : DM 198.00. - Bd. 3. Repertorium der Verlagskorrespondenz Göschen (1783 bis 1828) / hrsg. von Stephan Füssel. Bearb. von Sabine Doering. Unter Mitarb. von Marion Marquardt ... - 1996. - XXXIII, 571 S. : Ill. - ISBN 3-11-014550-2 : DM 315.00. - Rez.: IFB 99-1/4-110. (zurück)
[2]
Göschen-Briefwechsel / E(rdmann) W(eyrauch). // In: Lexikon zur Geschichte und Gegenwart der Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel / hrsg. von Georg Ruppelt und Sabine Solf. - Wiesbaden, 1992, S. 68.
Rez. des Lexikons ... in ABUN in ZfBB 39 (1992),3, S. 252 - 255. (zurück)
[3]
In: Wolfenbütteler Notizen zur Buchgeschichte. - 22 (1997), S. 195 - 206. (zurück)
[4]
In: Lichtenberg-Jahrbuch. - 1998, S. 383 - 389. - Nachträge in: Lichtenberg-Jahrbuch. - 1999, S. 294 - 296. (zurück)
[5]
Die Drucke von Goethes Werken / bearb. von Waltraud Hagen. - 2., durchges. Aufl. - Weinheim, 1983. (zurück)
[6]
In: Lichtenberg-Jahrbuch. - 1999, S. 292. (zurück)
[7]
Georg Joachim Göschen. // In: Literarische Zustände und Zeitgenossen / Karl August Böttiger. Hrsg. von Klaus Gerlach und Ren' Sternke. - 4. Aufl. - Berlin : Aufbau-Verlag, 1998, S. 303 -312. (zurück)
[8]
Briefwechsel / Justus Möser. Neu bearb. von William F. Sheldon. - Hannover, 1992, S. 354. (zurück)
[9]
Aus dem Archiv des Verlages Walter de Gruyter / bearb. von Doris Fouquet-Plümacher und Michael Wolter. - Berlin [u.a.], 1980, S. 11. (zurück)

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