Regelwerke (Thesauri)

Regelwerke sind genormte Vorlagen, die einheitliche Regeln zur Erschließung von Dokumenten und Objekten vorgeben. Vor allem terminologisch kontrolliertes Vokabular (Thesaurus) hat besondere Wichtigkeit im Umgang mit digitalen Daten, um sie effizient verwalten und nutzen zu können. Daher ist die Anwendung und Weiterentwicklung von Regelwerken sind für die Sacherschließung und Sicherung von Dokumentationsstandards von großer Bedeutung, da die Qualität der Dokumentation selbst und des Datenaustauschs zwischen verschiedenen Einrichtungen in erheblichem Maße von ihnen abhängen.

Das BSZ versteht sich als Koordinator einer kooperativen Weiterentwicklung kontrollierten Vokabulars und unterstützt für Museen die dahingehenden Bemühungen der Fachgruppe Dokumentation im Deutschen Museumsbund und der Initiative museumsvokabular.de, bei der es sich um eine Online-Plattform handelt, die für die Thesauruspflege auch ein redaktionelles Forum vorsieht, um museumsübergreifend praxisorientierte und qualitative terminologische Arbeit zu leisten.

Nutzung der SWD und GND

Das BSZ ist als Dienstleister für Bibliotheken, Museen und Archive besonders geeignet, die Thesaurusarbeit voranzutreiben und damit die Dokumentation der betreuenden Einrichtungen zu unterstützen. Das zeigt u.a. die langjährige Mitwirkung, den Einsatz der Schlagwortnormdatei (SWD) in Museen zu etablieren und die SWD bzw. jetzt die GND an die spezifischen Anforderungen anderer Normdatenanwender wie Archive, Museen, Wissenschafts- und Kultureinrichtungen anzupassen. Bereits im Jahr 2002 wurde im Rahmen eines sechsmonatigen Pilotversuchs die aktive Teilnahme der staatlichen Museen des Landes Baden-Württemberg an der kooperativen Sachschließung mit der Schlagwortnormdatei (SWD) erfolgreich erprobt. Dabei beteiligten sich das Badische Landesmuseum Karlsruhe und das Landesmuseum für Technik und Arbeit in Mannheim (heute: TECHNOSEUM).

Um die Objektdokumentation in den betreuten Museen des MusIS-Verbundes einheitlich zu halten, erarbeitet und pflegt das BSZ verschiedene Wortlisten und Thesauri u.a. zu Objektbezeichnungen, Material, Technik und Stilepochen. Die Begriffe werden mit der SWD bzw. der nachgefolgten Gemeinsamen Normdatei (GND) der Deutschen Nationalbibliothek abgeglichen, fehlende Deskriptoren durch die Thesaurusredaktion im MusIS-Team in dieses Vokabular aufgenommen.
Darüber hinaus stellt das BSZ den betreuten Einrichtungen mit der Online-GND(OGND) eine Anwendung zur Verfügung, um eigene Thesauri aufzubauen und zu pflegen. Die OGND bietet Zugriff auf die Gemeinsame Normdatei, die für die Sacherschließung genutzt werden.

Kontrolliertes Vokabular in MusIS und ArchivIS

Aus Gründen der einheitlichen und konsistenten Erschließung von Museumsobjekten sowie der Qualitätssicherung der Datenerfassung im MusIS- und ArchivIS-Verbund strebt das BSZ die Verwendung von kontrolliertem Vokabular an. Daher stellt es den teilnehmenden Museen und Archiven, aber auch anderen interessierten Institutionen unentgeltlich selbst entwickelte und kooperativ gepflegte Vokabulare zur Verfügung.
Durch die Veröffentlichung dieser Vokabulare unter der Creative Commons-Lizenz CC BY-NC-ND 3.0 will das BSZ auch die Nachnutzung durch Dritte ausdrücklich fördern. Die BSZ-Thesauri können somit für nicht-kommerzielle Zwecke frei genutzt und weitergegeben werden unter der Voraussetzung, dass das BSZ als Rechteinhaber genannt und die Daten nicht inhaltlich bearbeitet oder verändert werden.
Die Software, die innerhalb dieser Verbünde zum Einsatz kommt, unterstützt externe Standardregelwerke, wie ICONCLASS, das Allgemeine Künstlerlexikon (AKL) oder die Gemeinsamen Normdatei (GND).

Weitere Informationen: BSZ-Wiki

Kontakt: Jens Lill