Bibliotheksservice-Zentrum (BSZ) Baden-Württemberg // Südwestdeutscher Bibliotheksverbund
Rezension aus:
Informationsmittel für Bibliotheken (IFB) 6(1998) 3/4
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Historisches Lexikon Wien


98-3/4-326
Historisches Lexikon Wien : in 5 Bänden / Felix Czeike. - Wien : Kremayr & Scheriau. - 25 cm
[1611]
Bd. 4. [Le - Ro]. - 1995. - XIVl, 708 S. : Ill. - ISBN 3-218-00546-9 : ÖS 1500.00
Bd. 5. [Ru - Z]. - 1997. - XIV, 764 S. : Ill. - ISBN 3-218-00547-7 : ÖS 1500.00
98-3/4-327
Florisdorf von A - Z : der 21. Bezirk in 1.000 Stichworten / Raimund Hinkel ; Kurt Landsmann. Pläne und Zeichnungen gestaltet von Robert Vrtala. - 1. Aufl. - Wien : Brandstätter, 1997. - 238 S. : Ill. ; 25 cm. - ISBN 3-85447-724-4 : ÖS 498.00, DM 95.00
[4740]

In der ausführlichen Besprechung von Bd. 1 (1992) - 3 (1994) in IFB 95-2-290 wurde entgegen der Angaben in einem Verlagsprospekt die Gesamtzahl der Artikel dieses Lexikons, "das sich als weltweit größtes historisches Stadtlexikon präsentiert" (Bd. 5, S. 762), auf Grund von Hochrechnungen nicht auf ca. 25.000, sondern auf ca. 28.000 veranschlagt, eine Schätzung, die jetzt auf dem Schutzumschlag des Abschlußbandes ihre Bestätigung findet. An derselben Stelle wird auch die Zahl der biographischen Artikel (berücksichtigt sind nur Verstorbene) leicht nach oben auf etwa 9000[1] korrigiert und für die topographischen Artikel die Zahl von über 7000 genannt. Dazu kommen über 2300 Abbildungen und Skizzen. Daß Bd. 4 wiederum im Jahresabstand erschien und lediglich der abschließende Bd. 5 ein Jahr länger brauchte, sei lobend erwähnt, unterscheidet sich das Werk doch auch dadurch von anderen, deren Erscheinen sich über viele Jahre hinzieht. Bd. 5 enthält den bereits früher angekündigten Nachtrag mit Ergänzungen und Korrekturen (S. 721 - 761), dagegen weder, wie der Rezensent gehofft hatte, ein Verzeichnis der Mitarbeiter und ihrer Artikel (von Czeike abgesehen, der die überwältigende Masse beigesteuert hat), noch ein Register der innerhalb der Artikel erwähnten Personen und Sachen, zumindest soweit sie keinen eigenen Artikel bekamen.

Dieses Lexikon ist nicht nur das weltweit größte historische Stadtlexikon, sondern - wie bereits in der Rezension von 1995 vermerkt - ein Nachschlagewerk, das dem Rang Wiens in der Geschichte der europäischen Hauptstädte angemessen ist.

Klaus Schreiber

Daß trotz aller Reichhaltigkeit das Historische Lexikon Wien nicht über alles Auskunft geben kann, belegt das Lexikon für den 21. Wiener Bezirk Florisdorf von A - Z mit seinen ca. 1000 Artikeln. Es enthält dieselben Artikelarten wie das Lexikon für Wien, schließt aber im Gegensatz zu diesem auch noch Lebende ein (etwa Hannes Androsch, weil dieser von 1967 - 1981 Vorsitzender-Stellvertreter der SPÖ-Florisdorf war); manche Artikel[2] sind dazu in einem Gesamt-Wiener Lexikon so nicht zu erwarten, wie Vereinigung Florisdorf mit Jelesee ..., Verkehrsentwicklung, Verlustzahlen 1945 oder Überblicksartikel wie Vereinswesen mit Untergliederungen nach konfessionellen, politischen, gemeinnützigen, Radfahr- und Sport-, Geselligkeits-, Gesangs- und Musik- sowie Schützen-, Touristen- und Turnvereinen; selbständige Eintragungen oder auch nur Verweisungen unter den einzelnen Typen (z.B. Fußballvereine) oder gar den Vereinsnamen fehlen dagegen völlig. Auch kann natürlich ein Lexikon für einen Stadtteil weniger streng auswählen (Adolf Vogl, Rechtsaußen bei ESV Admira). Umgekehrt sind die Artikel im speziellen Lexikon denen im Wiener Lexikon keineswegs prinzipiell überlegen, weder nach Ausführlichkeit noch nach Detailinformation: über die Van-Swieten-Kaserne informiert man sich besser in letzterem, desgleichen über die Veterinärmedizinische Universität, die erst 1996 einen aufwendigen Neubau in Florisdorf bezog, was im Wien-Lexikon bereits berücksichtigt ist und für dessen Aktualität spricht und das natürlich zusätzlich über den Altbau im 3. Bezirk berichtet und dazu einschlägige Literatur zitiert. Letztere fehlt im Florisdorf-Lexikon bei den Artikeln völlig und der nur eine Seite füllende Literaturnachweis mit Heimatkundlicher Literatur (S. 249) ist eher dürftig: nicht einmal das Historische Lexikon Wien oder der einschlägige Dehio-Band werden genannt. Dies alles läßt auf die primäre Zielgruppe - die "Florisdorf-Liebhaber" - schließen, die sich auch an den zahlreichen, qualitativ zumeist sehr guten Abbildungen erfreuen werden, von denen einige mehr anekdotisch-nostalgischen denn informativen Charakter haben.

Klaus Schreiber


[1]
Trotz dieser imponierenden Zahl sucht man gelegentlich vergeblich, so etwa den in Wien in den 20er Jahren wirkenden Künstler Bruno Zach, (Lebensdaten unbekannt), Schöpfer von Bronzen mit erotischen Sujets. (zurück)
[2]
Im folgenden einige Stichproben an Artikeln mit dem Anfangsbuchstaben V. (zurück)

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