Bibliotheksservice-Zentrum (BSZ) Baden-Württemberg // Südwestdeutscher Bibliotheksverbund
Rezension aus:
Informationsmittel für Bibliotheken (IFB) 5(1997) 1/2
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A catalogue of the fifteenth-century printed books in the


97-1/2-042
A catalogue of the fifteenth-century printed books in the Harvard University Library / by James E. Walsh. - Binghamton, NY : Medieval & Renaissance Texts & Studies. - 21 cm. - (Medieval & renaissance texts & studies ; ...)
[1832]
Vol. 1. Books printed in Germany, German-speaking Switzerland and Austria-Hungary. - 1991. - XXV, 671 S. : Ill. - (... ; 84). - ISBN 0-86698-096-2 : $ 40.00
Vol. 2. Books printed in Rome and Venice. - 1993. - XII, 672 S. : Ill. - (... ; 97). - ISBN 0-86698-111-X : $ 50.00
Vol. 3. Books printed in Italy with the exception of Rome and Venice. - 1994. - XII, 395, XVI S. : Ill. - (... ; 119). - ISBN 0-86698-174-8 : $ 80.00
Vol. 4. Books printed in France, The Netherlands, the Iberian peninsula, England, and Montenegro. Hebraica and supplementary entries. - 1996. - XVII, 330, XVI S. : Ill. - (... ; 150). - ISBN 0-86698-190-X : $ 45.00

1 Kataloge von Inkunabeln in nordamerikanischen Biblioteken

Der Inkunabelbesitz der nordamerikanischen öffentlichen und privaten Bibliotheken ist seit langem nahezu vollständig erfaßt. Schon der erste Census von 1919 war ein Meilenstein in der Verzeichnung nationaler Inkunabelbestände.[1] Er war aber nicht nur der erste Gesamtkatalog der Inkunabeln eines ganzen Subkontinents, sondern zugleich ein Muster eines raumsparenden und dennoch präzis informierenden Kurztitelkatalogs, der in den folgenden Jahrzehnten zum Vorbild für zahlreiche ähnliche Kataloge wurde. Wie gewaltig die Zunahme des Inkunabelbesitzes der nordamerikanischen Bibliotheken im Laufe dieses Jahrhunderts war, zeigt ein Blick in die Einführung Goffs zum Supplement von 1972 zum dritten und bisher letzten Census von 1964.[2] Grundlegende Veränderungen hat es seither zumindest bei den institutional owners sicher nicht gegeben. Manche im Census verzeichnete Privatsammlung wurde inzwischen aufgelöst; dafür entstanden einige neue Sammlungen. Die vier größten amerikanischen Inkunabelsammlungen können in Umfang und Qualität mit entsprechenden europäischen Sammlungen ohne weiteres konkurrieren. Es sind dies in der Reihenfolge ihrer Größe: 1. Library of Congress, Washington, DC; 2. Henry E. Huntington Library, San Marino, California; 3. Harvard University Library, Boston-Cambridge, Massachusetts; 4. Yale University Library, New Haven, Connecticut. Mit Ausnahme der Huntington Library, die bereits 1937 einen längst überholten Katalog[3] ihres damaligen Inkunabelbestands veröffentlichte, gab es bisher von keiner dieser vier Bibliotheken einen Gesamtkatalog ihres Bestands an Inkunabeln. Angesichts des vorzüglichen Census wäre ein solcher Katalog heute nur sinnvoll, wenn er über die Aktualisierung des Census hinaus die individuellen Merkmale (Abweichungen des Drucks von der Norm, Defekte, Einbände, Provenienzen, etc.) der betreffenden Sammlung ausführlich beschriebe.

2 Der Katalog der Harvard University Library

Einen Katalog dieser Art für die Bestände der Harvard University Library erarbeitete im letzten Jahrzehnt James E. Walsh, der langjährige Leiter der Rare Book Collections der Harvard University Library, die in der sogenannten Houghton Library konzentriert sind. Von 1991 bis 1996 erschienen nacheinander die vier Katalogbände, in denen einschließlich einem Supplement in Band 4 insgesamt 3517 Ausgaben in 4187 Exemplaren (nach dem Besitzstand von Oktober 1994) beschrieben sind. Ein abschließender fünfter Band mit kumulierten Gesamtregistern und einer Geschichte der Sammlung soll noch folgen. Vorweg darf man schon sagen, daß sich Walsh größte Mühe bei seinem Unternehmen gegeben hat, dessen Schwierigkeiten bereits damit begannen, daß er sich vorgenommen hatte, die Inkunabeln aller zur Harvard University Library gehörenden Teilbibliotheken zu erfassen, also auch der Außenstellen, die ihren Sitz gar nicht im Stadtgebiet von Boston-Cambridge haben. Eine dieser Teilbibliotheken ist übrigens die ehemalige Boston Medical Library, die in Goffs drittem Census noch als selbständige Bibliothek aufgeführt ist.[4] Sie ist heute in die Harvard Medical School Library eingegliedert und wird in Walshs Katalog als Countway Library bezeichnet.

2.1 Anlage des Katalogs

Walsh hat seinen ganzen Katalog von 1 bis 4022 durchnumeriert. Die Hebraica haben nach Goffs Muster ihre eigene Zählung (Heb-1 bis Heb-35). Auch Mehrfachexemplare eines Drucks bekamen ihre eigene Nummer, ebenso Fragmente, auch wenn es sich dabei nur um ein Blatt handelt (wie z.B. 1318A oder 3990). Drucke, die nach Abschluß der Durchnumerierung an bestimmten Stellen eingefügt werden mußten, erhielten A-Nummern etc. (z.B. 2368A bis 2368C). Ergänzungen, die erst am Schluß des vierten Bandes im 'Supplement' berücksichtigt werden konnten, erhielten dort zusätzlich zur A-Nummer den Vorschaltbuchstaben S (z.B. S-110A), damit von den Registern gleich auf die richtige Stelle (im Supplement) verwiesen werden kann. Drucke, die in der Literatur (vor allem bei Hain und Goff) noch als Inkunabeln verzeichnet sind, in Wirklichkeit aber bereits dem 16. Jahrhundert angehören, wurden von Walsh zwar ebenfalls in seinen Katalog aufgenommen, aber mit keiner eigenen Nummer versehen. Ihnen wurde die Nummer des vorhergehenden Drucks verpaßt, die durch einen Kleinbuchstaben a ff. ergänzt und in runde Klammern gesetzt wurde wie z.B. (3985a). Frühdrucke, die nach den Katalogen im Bestand Harvards vorhanden sein müßten, aber bis jetzt nicht aufgefunden werden konnten, wurden von Walsh ganz normal mit eigener Nummer aufgenommen und nach den Katalogunterlagen beschrieben in der Hoffnung, daß sie in absehbarer Zeit doch noch auftauchen, so "that I will be able to describe them more fully in a supplement" (Bd. 1, S. X). Sie tragen im Katalog den lapidaren Vermerk "Not located".

2.2 Ordnung der Eintragungen

Nach reiflicher Überlegung und Diskussion mit Fachkollegen entschied sich Walsh bei der Anlage seines Katalogs nicht für das Alphabet der Autoren und Sachtitel, sondern nach dem Vorbild der British Library in London für deren leicht modifiziertes System des sogenannten Proctor order, d.h. einer Abfolge nach typographisch-chronologischen Gesichtspunkten. Die Abweichung im Inkunabelkatalog der British Library (BMC) und damit auch bei Walsh gegenüber dem strengen Proctor order besteht darin, daß unabhängig vom Zeitpunkt der Einführung des Buchdrucks in den betreffenden Ländern alle deutschsprachigen Gebiete des 15. Jahrhunderts samt den Ländern der österreichisch-ungarischen Monarchie zu einem Block zusammengefaßt an die Spitze des Katalogs gestellt wurden. Innerhalb der einzelnen Gebiete wird dann schon die streng chronologische Abfolge des Proctor order eingehalten. Die Wahl des Proctor order für einen mit weit über 4000 Nummern doch recht umfangreichen Inkunabelkatalog hat sowohl für den Bearbeiter als auch für den vorrangig am Buchdruck interessierten Benutzer große Vorteile. Sie ermöglichte die Veröffentlichung von in sich abgeschlossenen Teilbänden, die unabhängig vom Erscheinen des nächsten Bandes voll benutzbar sind. Die geplanten Gesamtregister in einem fünften Band werden die Einheit des ganzen Katalogs herstellen. Die vorliegenden vier Katalogbände sind wie folgt gegliedert:

Band 1 umfaßt die Drucke aus allen deutschsprachigen Gebieten des 15. Jahrhunderts (Nr. 3 - 1267) einschließlich der deutschen Schweiz (Nr. 1104 - 1267) sowie die aus den Territorien des damaligen Habsburgerreichs mit Böhmen und Mähren und der Stadt Trient (Nr. 1268 - 1281). Den Anfang bilden zwei deutsche Blockbücher (Nr. 1 und 2).

Band 2 behandelt nur die beiden bedeutendsten und - nach Subiaco, das in der Harvard-Sammlung nicht vertreten ist - frühesten Druckorte Italiens: Rom (Nr. 1282 - 1508A) und Venedig (Nr. 1509 - 2761).

Band 3 enthält ebenfalls in Proctor order alle anderen Druckorte Italiens (Nr. 2762 - 3588), die in Harvard vertreten sind.

Band 4, der mit rund 350 Seiten schmalste Teil des Katalogs, ist den Frühdrucken aller anderen in der Chronologie des Buchdrucks folgenden Länder gewidmet bis hin zu einem Druck aus Montenegro (Nr. 4022), der sonst in keiner anderen amerikanischen Bibliothek vorhanden ist. Die Gruppe der 35 Hebraica (ebenfalls in Proctor order) und das Supplement zu den vorausgehenden Bänden beschließen den Katalog.

2.3 Gemeinsame Merkmale aller Bände

Da alle vier Bände nach dem gleichen Muster angelegt sind, ist es angebracht, zuerst einen Blick auf die gemeinsamen Merkmale aller Bände zu werfen. Beginnen wir mit dem Äußeren. Alle vier Bände sind in robustes blaues Buckram gebunden und fadengeheftet. Wichtig ist der Hinweis auf der Rückseite der Titelblätter: "This book is made to last". Folglich ist das Papier holz- und säurefrei. Die Ränder könnten etwas üppiger sein, um Platz für eventuelle Ergänzungen und sonstige Notizen zu lassen. Jedem Band sind am Schluß 16 Tafeln mit Abbildungen aus besonders seltenen oder bemerkenswerten Drucken beigegeben. In Band 1 sind auch drei Einbände abgebildet. Leider läßt die Qualität der Tafeln etwas zu wünschen übrig. Das gilt vor allem für die Einbandabbildungen in Band 1.

Um jeden Band für sich allein benutzbar zu machen, hat jeder Band sein eigenes Vorwort, Literaturverzeichnis, Register und Konkordanzen. Die Inhaltsverzeichnisse der einzelnen Bände sollten für den eigentlichen Katalogteil etwas detaillierter sein und wenigstens den Beginn eines neuen Landes oder in Band 2 und 3 der einzelnen Druckorte anzeigen. Stattdessen heißt es nur lakonisch: Items 1 - 1281 usw. Das Vorwort und Literaturverzeichnis (References) in Band 1 ist für alle Bände verbindlich und unentbehrlich. Sie werden in den anderen Bänden nicht wiederholt. Vor allem der erste Teil des Literaturverzeichnisses mit den Abbreviated references wird so in allen vier Bänden zitiert. In den Literaturverzeichnissen der folgenden Bände treten weitere Abbreviated references hinzu, während die Other references meist nur den jeweiligen Band betreffen. Jeder Band enthält folgende vier Konkordanzen: 1. Hain/HUL (= Harvard University Library = Walsh-Nummer); 2. Proctor/HUL; 3. Gesamtkatalog der Wiegendrucke (GW)/HUL; 4. Goff/HUL. Am Schluß der Konkordanzen folgt dann noch die Rubrik Not in Goff mit den Walsh-Nummern der Drucke, die entweder dem Census aus irgendwelchen Gründen entgingen (wie z.B. 1056) oder die erst nach Erscheinen von Goffs drittem Census und dem Supplement in die Bibliothek gelangten. Die Zahl der Not in Goff-Drucke ist in Band 4 natürlich am größten (Bd. 1 und 3 je 17, Bd. 2: 21, Bd. 4: 34).

2.3.1 Bibliographische Beschreibung

Bevor wir uns den Registern zuwenden, einige Bemerkungen zur Anlage der Katalogeinträge selbst. Die bibliographische Beschreibung der Drucke hat Walsh so kurz wie möglich gehalten. Nur in den seltenen Fällen, in denen bisher noch keine ausführliche Beschreibung in der Literatur vorlag, liefert Walsh eine detaillierte Aufnahme nach Art des Inkunabelkatalogs der British Library. Ein Mangel ist, daß man aus Walshs Kurzaufnahmen nicht ersehen kann, ob und gegebenenfalls wie ein Druck firmiert ist. Dagegen werden sowohl das bibliographische Format (f, 4, 8) als auch die Blattgröße (in mm) sowie der Umfang eines Drucks immer angegeben. Beim Umfang verzichtete Walsh jedoch auf die Wiedergabe der Lagenformel und begnügte sich mit der Angabe der Blattzahl einschließlich der leeren Blätter. Wenn ein Druck ganz oder teilweise Blattzählung aufweist, dann geht dies aus der Umfangsangabe hervor. Auf die Lagenstruktur geht Walsh hingegen nur gelegentlich in seinen Erläuterungen ein, wenn sie in dem ihm vorliegenden Exemplar von den Angaben in maßgebenden Katalogen wie z.B. dem GW oder BMC abweicht. Walsh hat alle Drucke sehr sorgfältig kollationiert und mit den Standardbeschreibungen verglichen. Dabei stieß er auf viele Abweichungen und Textvarianten gegenüber diesen Beschreibungen, die er akribisch verzeichnet. Bei den unzähligen undatierten und umstrittenen Drucken hielt sich Walsh bei der Druckerbestimmung und Datierung in der Regel an bewährte Autoritäten wie GW oder BMC. Häufig richtete er sich in Zuschreibungsfragen auch nach dem sehr zuverlässigen Freiburger Inkunabelkatalog von Vera Sack.[5] Die Erläuterungen zu den Drucken bzw. zu den Exemplaren nehmen bei den meisten Katalogeinträgen den größten Raum ein. In sie hat Walsh alles hineingepackt, was man an Copy-specific details (Bd. 1, S. XI) in einem Katalog dieser Art erwartet. Leider ging dabei die Übersichtlichkeit etwas verloren. Die Angaben über Einbände und Provenienzen sind oft so in diesen Erläuterungen versteckt, daß man sie buchstäblich suchen muß. Es wäre besser gewesen, gerade die Informationen über die Einbände und Provenienzen in eigenen Absätzen unterzubringen wie die bibliographischen Zitate oder das Erwerbungsdatum und den Standort des Buches innerhalb der Harvard University Library. Fast zu weit geht in diesen Erläuterungen manchmal die Diskussion typographischer Probleme. Im Falle des neuerdings sehr umstrittenen Mainzer Catholicons (Walsh Nr. 28) referiert Walsh auf fast anderthalb Seiten den derzeitigen Forschungsstand und die verschiedenen Hypothesen bezüglich des Drucks. Dies wäre in einem Katalog natürlich nicht nötig, ist aber auch kein Fehler. Viel wichtiger als solche Exkurse über Druckprobleme ist für die Erschließung einer Inkunabelsammlung vom Range Harvards die Ermittlung der Provenienzen und die Bestimmung der Einbände der Drucke.

2.3.2 Angaben zu den Provenienzen

Zumindest auf die Ermittlung der Provenienzen hat Walsh viel Zeit und Mühe verwandt. In diesem Bereich waren seine Schwierigkeiten aber auch mit Sicherheit am größten. Im Gegensatz zu den alten europäischen Bibliotheken, deren Inkunabelsammlungen zum überwiegenden Teil aus einem geographisch fest umgrenzten Raum stammen (vor allem wenn die betreffende Bibliothek von der Säkularisation der Klöster ihrer Region profitierte), wurden die amerikanischen Sammlungen, die ohnehin erst in den letzten l00 bis 150 Jahren entstanden, aus den verschiedensten Quellen gespeist. Bei der Wanderung von Bibliothek zu Bibliothek und von Sammlung zu Sammlung wurde auch manche alte Provenienz zerstört oder bewußt verschleiert. Der Katalogbearbeiter so heterogener Bestände, wie der der relativ jungen amerikanischen Bibliotheken, braucht deshalb oft große Phantasie und Spürsinn, um seine Blicke bei der Ermittlung alter Provenienzen in die richtige Richtung zu lenken. Hinzu kommt, daß selbst in den größten amerikanischen Bibliotheken die lokalgeschichtliche Literatur aus den Herkunftsländern der Bücher nur teilweise vorhanden ist, was das Verifizieren von Provenienzen sehr erschwert. Wenn man diese Schwierigkeiten kennt, dann wird man die zahlreichen Fehler auf diesem Sektor milder beurteilen. Walsh hat im Vorwort zu Band 1 auf diese Probleme hingewiesen und hinzugefügt: "I need hardly add that corrections will be welcomed" (Bd. 1, S. XII). Immerhin hat er sich bemüht, die älteren Besitzeinträge im Wortlaut wiederzugeben, was ihm jedoch nicht immer gelang. In den Vorreden zu Band zwei bis vier bekennt Walsh mit Dankbarkeit, daß sein Freund Paul Needham von Sotheby's in New York durch seine breite Kenntnis europäischer Klostergeschichte einige Provenienzen geklärt und ihn vor manchem Irrtum bewahrt hat. Trotzdem ist gerade bei den Provenienzen (aus den oben erwähnten Gründen) die Fehlerquote noch ziemlich hoch, wie sich bei der Überprüfung der einzelnen Bände zeigen wird.

2.3.3 Bestimmung der Einbände

Mit der Bestimmung der Einbände hat es sich Walsh zweifellos zu leicht gemacht. Freimütig schreibt er im Vorwort zu Band 1: "A great deal more can (and I hope will) be done with the identification and localizing of bindings in this collection than I have been able to take time for, except in rare cases. In justification I can point out that this is a very large, long-term project and that I am no longer young" (S. XI). Sicher hätte sich das Erscheinen der vier Katalogbände stark - vielleicht sogar um Jahre - verzögert, wenn Walsh auch dieser wichtigen Komponente einer Inkunabelbeschreibung dieselbe Aufmerksamkeit geschenkt hätte wie den Drucken selbst und den Provenienzen. Dabei hat er jeden Einband in Worten so gut es ging zu charakterisieren versucht, wie folgendes Beispiel verdeutlichen mag: "Contemporary blind-stamped leather over wooden boards, rebacked; marks of center bosses and clasps, no longer present; chain hole in back cover; two MS vellum leaves from an 11th- or 12th-century missal used as pastedowns inside front and back covers" (Nr. 51). Auch wenn ihm die nähere Bestimmung eines solchen Einbands zu zeitaufwendig oder gar unmöglich schien, hätte Walsh einen Mittelweg suchen und finden müssen. Der Mittelweg hätte darin bestehen können, den Einband wenigstens halbwegs geographisch (als deutsch, süddeutsch, niederländisch etc.) einzuordnen und das Einbandregister entsprechend zu gliedern. Es mutet wirklich seltsam an, wenn z.B. in Band 1, in dem allein schon Hunderte von Inkunabeln in spätgotischen Einbänden beschrieben werden, im einschlägigen Index of incunabula with identified bindings (S. 586) gerade 19 Nummern unter 13 Stichwörtern auftauchen, von denen zwei auch noch Buchbinder des frühen 20. Jahrhunderts betreffen und einige andere fehlerhaft sind. Bei den beiden modernen Buchbindern (Katharine Adams und Douglas B. Cockerell) muß man sich fragen, warum gerade sie in diesen exklusiven Index aufgenommen wurden, während alle anderen modernen Buchbinder, die in den Katalogeinträgen natürlich auch genannt werden, übergangen wurden. Dieselbe Frage stellt sich mutatis mutandis bei den ebenso dürftigen Einbandregistern der anderen Bände, von denen das in Band 3 (S. 374) sogar im Inhaltsverzeichnis vergessen wurde (ebenso wie der winzige Index of incunabula containing manuscripts auf der vorhergehenden Seite). Symptomatisch für die schludrige Behandlung der Einbandbestimmung ist es, daß z.B. unter den References aller vier Bände der Name Kyriss nicht ein einziges Mal auftaucht. Das Fehlen der einschlägigen Werke von Tammaro de Marinis, Anthony R. A. Hobson oder Howard M. Nixon in den Literaturverzeichnissen zeigt, daß Walsh auch gar keinen Versuch unternommen hat, die Renaissanceeinbände wenigstens ungefähr zu klassifizieren. Anthony Hobson scheint bei einem Besuch der Houghton Library einige italienische Einbände untersucht und lokalisiert zu haben, wie aus entsprechenden Bemerkungen Walshs im Supplement in Band 4 hervorgeht (siehe S-1321, S-1809, S-2438, S-2503, S-2906, S-3487). Bis auf einen (= S-3487), bei dem sich Hobson nicht auf einen Ort ("From Venice or perhaps Vicenza") festlegen wollte, hat Walsh diese Einbände dann noch in das schmale Einbandregister dieses Bandes aufgenommen. Da gerade bei Inkunabeln mit einem hohen Prozentsatz von Einbänden des 15. und 16. Jahrhunderts zu rechnen ist, sollten diese auch vollständig in einem Einbandregister erfaßt werden. Dafür ist es noch nicht zu spät, da Walsh ja einen weiteren Band mit kumulierten Gesamtregistern angekündigt hat. Das Einbandregister könnte dann aus mehreren Teilen bestehen. Die beiden wichtigsten Teile beträfen die zeitgenössischen und die etwas späteren Einbände des 16. Jahrhunderts. Es müßte auch ohne großen Aufwand möglich sein, die Einbände dieser beiden Jahrhunderte einigermaßen zuverlässig nach ihren Herkunftsländern (Deutschland, Frankreich, Italien, Niederlande usw.) zu gruppieren. Genauso könnte natürlich auch bei den Einbänden der folgenden Jahrhunderte verfahren werden. Bei den Einbänden des 19./20. Jahrhunderts mit ihrem hohen Anteil signierter Bände bibliophilen Charakters genügte eine Zusammenstellung nach den Namen der Buchbinder (von Adams bis Zaehnsdorf). Durch ein solch differenziertes Einbandregister hätten es künftige Einbandforscher leichter, an ihr Material zu kommen. Dies stünde auch im Einklang mit Walshs Bemerkung im Vorwort des ersten Bandes: "I see my task more as providing a body of material for others to work on than as producing a final answer to every problem myself" (S. XI).

2.3.4 Register

Damit sind wir bei den Registern, durch die klugerweise schon jeder einzelne Band erschlossen und damit voll benutzbar ist. Es handelt sich um jeweils sechs Register in dieser Reihenfolge: 1. Author-title index; 2. Editors and translators and secondary works, identified and anonymous; 3. Printers and places; 4. Provenance index; 5. Incunabula containing manuscripts; 6. Incunabula with identified bindings. Die drei ersten Register sind notwendig durch die Anlage des ganzen Katalogs nach druckgeschichtlichen Gesichtspunkten (Proctor order). Wer Walshs Katalog auf der Suche nach bestimmten Autoren und Texten benutzt, ist ganz auf die beiden ersten Register angewiesen. Erst das Gesamtregister in Band 5 wird ihm das Nachschlagen in allen vier Bänden ersparen. Es bietet auch die Möglichkeit, kleine Unebenheiten und Druckfehler zu beseitigen (wie z.B. ZAZIUS statt Zasius im zweiten Register des ersten Bandes). Das Register der Druckorte und Drucker ist ein alphabetisches Kreuzregister. Da die Inhaltsverzeichnisse der einzelnen Bände auf diesem Gebiet keinerlei Orientierung ermöglichen, ist auch dieses Register unentbehrlich. Die Drucker mit Notnamen sind übrigens im Alphabet alle unter Printer of: aufgeführt mit Ausnahme des Druckers mit dem bizarren R (= Adolf Rusch), der im Druckerregister des ersten Bandes beim R als R-Printer erscheint mit einer halbherzigen Verweisung (see also R-Printer) von Rusch.

2.3.5.1 Provenienzenregister

Für die Erschließung und Geschichte einer Inkunabelsammlung ist zweifellos der Provenance Index das wichtigste Register. Von den Schwierigkeiten bei der Erstellung eines solchen Registers war oben schon die Rede. Auf bestimmte Fehler, die Walshs Provenienzenregister enthalten, wird bei der Besprechung der einzelnen Bände hingewiesen. Hier nur noch einige allgemeine Bemerkungen. Vorbesitzer, von denen nur die Initialen bekannt sind, wurden jeweils an den Anfang des Buchstabens der ersten Initiale gestellt (z.B. J. W. G. am Anfang von J). Gelegentlich hat Walsh die Reihenfolge umgedreht, wenn sicher schien, daß die letzte Initiale auf den Nachnamen des Vorbesitzers hindeutet (z.B. C., J. H. am Anfang von C statt unter J). Bei größeren Initialenfolgen (wie z.B. A. T. V. E. W. V.) ist meist anzunehmen, daß sich dahinter ein Wahlspruch verbirgt. Viele solcher Devisen stehen auch im Klartext in den Bänden und werden von Walsh bei der Beschreibung des betreffenden Bandes zitiert. Es läge nahe, sowohl die Initialenfolgen als auch die Wahlsprüche in einem eigenen Index zu erfassen, wie das der von Walsh in der Vorrede zu Band 1 (S. XII) als Vorbild gepriesene J. C. T. Oates in seinem Inkunabelkatalog der University Library des britischen Cambridge[6] auch tatsächlich tat. Einen eigenen Index hätten auch die zahlreichen Exlibris verdient, die in den Inkunabeln der Harvard University Library enthalten sind und von Walsh im Katalog alle erfaßt wurden.[7] Wie mir durch zahlreiche Stichproben auffiel, wurden die in frühen Kaufvermerken genannten Orte, die für den Vertrieb und die Verbreitung der Inkunabeln wichtig sind, überhaupt nicht ins Provenienzenregister aufgenommen, ebensowenig die Herkunftsorte der frühen Vorbesitzer, auch wenn sie im betreffenden Eintrag erwähnt werden. Auch dieser Mangel könnte im Generalregister behoben werden. Andere Stichproben ergaben, daß auch namentlich genannte Rubrikatoren (siehe z.B. Nr. 897) nicht in die Register aufgenommen wurden. Auch sie sollten in einem eigenen Register verzeichnet werden.

2.3.5.2 Register der Inkunabeln mit handschriftlichen Beigaben

Schon im Vorwort zu Band 1 (S. XI) hatte Walsh vorsorglich darauf hingewiesen, daß er handschriftliche Beigaben zu den Drucken zwar in den Beschreibungen erwähnte, aber in der Regel sich nicht um ihre inhaltliche und paläographische Bestimmung kümmern konnte: "The same [wie bei den Einbänden] can be said for manuscript leaves, in which books are sometimes bound or which are inserted as pastedowns or flyleaves: all I have felt I could do is provide an index of them and leave it to others to do further work of identification if it seems desirable." Diesem Zweck dient der Index of incunabula containing manuscripts, der nur die Nummern der betreffenden Drucke aufführt.

2.3.5.3 Weitere wünschenswerte Register

Ergänzend dazu könnte Walsh in den abschließenden Registerband noch ein ebenso knappes Nummernregister der Inkunabeln aufnehmen, in die Druckfragmente oder Druckgraphik eingeklebt sind (wie z.B. in Nr. 890). Desgleichen sollte in einem Register festgehalten werden, welche Drucke illuminiert sind oder Zeichnungen enthalten. Auch die auf Pergament gedruckten Inkunabeln könnten leicht zusammengestellt werden. Im Katalog selbst hat Walsh löblicherweise alle diese Besonderheiten angegeben. Über den den Registerteil abschließenden Index of incunabula with identified bindings wurde oben schon alles Nötige gesagt.

2.4 Bemerkungen zu den einzelnen Bänden

Soviel zu Walshs Katalog im allgemeinen. Vor der Besprechung der vier Bände im einzelnen ist eine Vorbemerkung angebracht. Den Inhalt aller vier Bände Nummer für Nummer unter die Lupe zu nehmen und zu überprüfen, wäre mit einem unzumutbaren Aufwand an Zeit verbunden gewesen und hätte teilweise eigene Recherchen notwendig gemacht, die fast der Arbeit des Katalogbearbeiters gleichgekommen wären. Das Ergebnis hätte dann sicher auch den Rahmen einer Rezension völlig gesprengt. Der Rezensent wählte den für ihn gangbarsten Weg und richtete sein Hauptaugenmerk bei den Druckbeschreibungen auf die ihm wohlvertrauten süddeutschen und bestimmte italienische Drucke. Von den Registern wurde vor allem der Provenance index in allen vier Bänden gründlich durchgesehen. Im jeweiligen Katalogteil wurden dann fast alle Orts- und Personennamen überprüft, bei denen der Verdacht aufkam, daß ein Fehler vorliegen könnte. Die Ergebnisse der Überprüfung werden im folgenden nur dann mitgeteilt, wenn sie gleich zur definitiven Korrektur des betreffenden Eintrags führten. Bei jedem Band stehen am Anfang die Bemerkungen zu den Drucken, wenn dazu im einzelnen überhaupt etwas anzumerken war, dann folgen die zu den Registern.

2.4.1 Zu Band 1

2.4.1.1 Zu einzelnen Drucken

Nr. 81

Walsh hat diesen Druck (HC 160; Goff P-716) Goff und damit der älteren Literatur folgend dem Straßburger Drucker mit dem bizarren R (R-Printer siehe oben) zugeschrieben. Hier hätte er sich (wie er es in vielen anderen Fällen ja auch tat) ruhig dem Freiburger Katalog von Vera Sack (Nr. 2885) anschließen können. Wie man seit langem weiß, handelt es sich um einen Reutlinger Druck von Michael Greyff, der im Sommer 1478 auf Reutlinger Papier, das von Straßburger Druckern nicht benutzt wurde, hergestellt wurde. Auf diesen Sachverhalt hat Adolf Schmidt schon 1927 in einem in der Folgezeit viel zu wenig beachteten Aufsatz im Gutenberg-Jahrbuch hingewiesen, ebenso der Rezensent mehrfach seit 1968.[8] Das Harvard-Exemplar hatte einen illustren Erstbesitzer. Es enthält eine zeitgenössische, aber anscheinend undatierte handschriftliche Widmung an den württembergischen gelehrten Rat Dr. Ludwig Vergenhans, die Walsh leider nur unvollständig wiedergegeben hat. Entweder fehlt der Name des Gebers heute tatsächlich oder Walsh ließ ihn weg, weil er ihn nicht entziffern konnte. Die Vermutung liegt nahe, daß es sich um ein Geschenk des Herausgebers Niklas von Wyle an seinen Kollegen am Stuttgarter Hof handelt. Da Niklas von Wyle bereits 1479 starb, müßte die Widmung dann kurz nach Erscheinen des Bandes erfolgt sein. Eine Abbildung (vielleicht als Zugabe in Band 5) könnte die erwünschte Klärung bringen. Auf jeden Fall ist der Band schon sehr früh von seinem Druckort Reutlingen ins nahe Stuttgart gelangt.

Nr. 107

Hier liegt der gleiche Fall vor wie bei Nr. 81. Obwohl auch in diesem Fall schon Schmidt (siehe oben und Anm. 8) die richtige Spur gewiesen hat, wurde dieser Druck noch 1930 im Gesamtkatalog der Wiegendrucke (GW 4652) dem anonymen Straßburger Drucker des Henricus Ariminensis zugewiesen. Auch in diesem Fall schließt das überwiegend Reutlinger Papier Straßburg als Druckort aus. Dieser Greyff-Druck dürfte um 1475 entstanden sein. Im Hinblick auf einige problematische Drucke des Druckers mit dem bizarren R und des Druckers des Henricus Ariminensis schrieb der Rezensent in seiner erwähnten Sammelbesprechung von 1973 (siehe Anm. 8): "Mancher angeblich Straßburger Druck wird nach Reutlingen verwiesen werden müssen" (a.a.O. S. 221).

Nr. 269

Die anderthalb Seiten langen Erläuterungen Walshs zu diesem Druck, der einst im Gesamtkatalog der Wiegendrucke (GW 220) noch völlig falsch datiert und lokalisiert worden war, schildern zunächst die Wege der Forschung, die zur Klärung seiner geographischen Herkunft und zur richtigen Datierung führten. Im zweiten Teil seiner Erläuterungen erzählt er dann die spannende Geschichte, wie ihm bei der Untersuchung dieses Drucks allmählich der Verdacht kam, es könne sich um eine moderne Fälschung auf altem Papier handeln, der sich schließlich bestätigte. Dieser Fall ist ein anschauliches Beispiel, wie vorsichtig man heutzutage beim Ankauf kleinformatiger und schmaler Inkunabeln sein muß, deren Seltenheit und Kostbarkeit eine Fälschung auf altem Papier durchaus lohnend erscheinen lassen. Leider konnte Walsh nicht ermitteln, wann der Druck angeschafft wurde. Er hätte aber erwähnen können, daß der Sammler William Norton Bullard, mit dessen Sammlung das Bändchen in die damalige Boston Medical Library gelangte, bereits 1931 starb.[9]

Nr. 293

Walsh folgte hier sowohl in der Druckerbestimmung als auch in der Datierung "ca. 1499" dem Freiburger Katalog von Vera Sack (Nr. 3380). Aufgrund des verwendeten Papiers ist der Druck jedoch etwa zehn Jahre früher (um 1488/89) anzusetzen. Vielleicht handelt es sich auch nicht um einen Straßburger Druck Peter Attendorns, sondern um einen Heidelberger Druck Knoblochtzers.

Nr. 906 - 908

Diese drei Nummern fehlen ganz. Sie müßten auf Seite 351 stehen, wo stattdessen der Satz von S. 350 mit den Nummern 902 bis 905 nochmals wiederholt ist. Dieses Mißgeschick ist offensichtlich bis zum Erscheinen von Band 4 nicht bemerkt worden, denn auch im dortigen Supplement sind die in Band 1 fehlenden Nummern nicht nachgetragen. Es ist zu hoffen, daß dieser Fehler in einem neuen Supplement in Band 5 bereinigt wird.

Nr. 914:

Dieser Einblattdruck stammt nicht von Zainer in Ulm, sondern von Knoblochtzer in Heidelberg. Er gehört zu einer Gruppe von Drucken, die in der Literatur aufgrund der darin verwendeten Initialen und Randleisten aus dem Besitz des älteren Zainer diesem bzw. hier seinem Sohn zugeschrieben werden. Es wurde nicht beachtet, daß Johannes Zainer d.Ä. in den achtziger Jahren des 15. Jahrhunderts aus finanzieller Not gezwungen war, Teile seines Druckmaterials zu veräußern, das unter anderem nach Heidelberg gelangte.[10]

Nr. 917

Lirer ist tatsächlich ein sprechendes Pseudonym des nach wie vor unbekannten Autors des 15. Jahrhunderts.[11]

S.356 f.

Es ist sehr ärgerlich, daß Walsh bei dem Ulmer Drucker Lienhart Holl wider besseres Wissen die falsche Namensform Holle beibehalten hat, obwohl er auf Schritt und Tritt meinen Frühdruck im deutschen Südwesten (siehe Anm. 10) zitiert und sich dort auf den Seiten 261 - 262 absolute Klarheit über Holls Familiennamen hätte verschaffen können. Natürlich taucht Holl bei Walsh auch an anderen Stellen und im Register (S. 562) als Holle auf.

S. 414 - 417

Beim Druckort Heidelberg fiel Walsh in längst überholte Schemata zurück und stellte den sogenannten Drucker des Lindelbach (bei ihm sogar in der Mehrzahl Printers of Lindelbach wegen der vermuteten Identität mit den Speyerer Druckern Johann und Konrad Hist) als eigenen Drucker an die Spitze, statt ihn mit Heinrich Knoblochtzer zum Erstdrucker Heidelbergs zu vereinigen. Nicht einmal im Druckerregister (S. 562 - 564) wird ein Zusammenhang zwischen Knoblochtzer und den Printers of Lindelbach hergestellt, während von den Gebrüdern Hist auf sie verwiesen wird.

Nr. 1069

Während möglicherweise Nr. 293 (siehe oben) ein Heidelberger Druck Knoblochtzers ist, dürfte umgekehrt dieser Druck eher von Peter Attendorn in Straßburg als von Knoblochtzer in Heidelberg stammen. Petrarca-Ausgaben passen ohnehin besser in das Straßburger Umfeld als nach Heidelberg.

Nr. 1101

Die undatierten und unfirmierten Drucke des sogenannten Druckers des Lotharius, die aber alle um 1474 herum entstanden sein dürften, werden bisher in allen Katalogen unter der Rubrik Deutschland: unbestimmter Druckort geführt. Eine stärkere Eingrenzung ist inzwischen jedoch möglich. Durch die mehrfache Verwendung von Reutlinger Papier in diesen wenigen Drucken scheiden Druckorte am Oberrhein (wie Hagenau oder Straßburg) aus. Unter den innerschwäbischen Druckorten kämen in dieser frühen Zeit eigentlich nur Reutlingen oder Blaubeuren in Frage. Die Lotharius-Type wirkt wie eine Vorstufe der Typen von Mancz in Blaubeuren. Da außerdem einige Blaubeurer Drucke auf identischem Papier wie Drucke in der Lotharius-Type gedruckt wurden, hat sich der Rezensent für Blaubeuren als mutmaßlichen Druckort dieser Drucke ausgesprochen.

Nr. 1103

Auch diesen Druck hat Walsh im Abschnitt Germany (Unknown Towns) untergebracht. Wie bei Nr. 914 (siehe oben) handelt es sich jedoch eindeutig um einen Heidelberger Druck Knoblochtzers.

2.4.1.2 Bemerkungen zum Register der Provenienzen

Einige Hinweise auf Eigenheiten und Fehler im Druckerregister wurden schon oben gegeben. Auf die in jeder Hinsicht ungenügenden Einbandregister in allen vier Bänden wird hier nicht mehr eingegangen (siehe oben). Am meisten anzumerken gibt es zum Provenance Index, dessen relativ hohe Fehlerquote schon oben angedeutet wurde. In vielen Fällen sind die Fehler bei Durchsicht des Registers gar nicht zu erkennen, weil der normierte Registereintrag keine Zweifel aufkommen läßt. Viele Ungereimtheiten könnten nur durch einen Blick auf das Original geklärt werden, was ohnehin nicht möglich ist. So kann man anhand der Transkription einiger Besitzvermerke nur resigniert feststellen, daß hier etwas nicht stimmt, aber keine Korrektur vornehmen. Stichproben haben außerdem ergeben, daß zumindest einige verballhornt wiedergegebene Einträge überhaupt nicht ins Register übernommen wurden. Hierfür ein Beispiel: Die Ulmer Ausgabe der Goldenen Bulle Karls IV. von 1484 (Nr. 920) hat laut Walsh am Anfang folgenden zeitgenössischen Eintrag: "das bouch gehort der kay agt erhold der grafschaft zo Tyrol". Man spürt sofort den Fehler, zögert aber zunächst mit der Rekonstruktion des wirklichen Wortlauts. Zum Glück handelt es sich um einen Sammelband, der drei weitere Inkunabeln enthält (vorgebunden Nr. 1243 und nachgebunden Nr. 575 und 637). Zwei davon haben französische Einträge gleichen Inhalts wie der deutsche in Nr. 920. Der in Nr. 1243 lautet: "A Tyrol herault de lempere(ur) Maximilian Archid(uc) daustriche". Demnach dürfte der deutsche Eintrag in Nr. 920 so zu transkribieren sein: "das buoch gehort der kay(serlichen) Mayt (= Majestät) herold der grafschaft zu Tyrol". Im Register ist weder ein Eintrag unter Herold noch unter Maximilian I. oder Tirol (Tyrol). Auffällig in den Provenienzenregistern aller vier Bände ist das relativ hohe Quantum an nichtidentifiziertem Klosterbesitz. Meist ging wenigstens aus dem verstümmelten Eintrag der Orden hervor, dem das Kloster angehörte. Sie erscheinen in den Registern dann z.B. als Augustinian Hermits (unidentified monastery) oder College of St. Mary Magdalene (unidentified) usw. Wenn auch der Orden nicht bekannt war, heißt es einfach Monastery (unidentified). In den vier Provenienzenregistern tauchen auch Einsprengsel auf, die eigentlich in andere Register gehören wie z.B. Binding stamp, unidentified, with motto: De maiorum ... oder Bookplate, unidentified, with motto: Laboremus. Sie gehören in das oben vorgeschlagene Register der Wahlsprüche mit Verweisungen vom Einband- bzw. Exlibris-Register.

Nun zu einzelnen Einträgen im Provenance Index des ersten Bandes:

Bibliotheca Rsti (?) Augustani ist wohl trotz der ungeklärten Abkürzung Rsti eine Augsburger Bibliothek und gehört folglich unter Augsburg ins Register.

Bolsano. Franciscans = Bozen (Bolzano)

Brixen. Franciscans / Brixen. Poor Clares: hier hat Walsh zwei Provenienzen teilweise durcheinander gebracht und die betreffenden Besitzeinträge nicht richtig entziffert. Zur Sachlage: Das Klarissenkloster St. Elisabeth befand sich in Brixen in der Vorstadt Runggad (Runkada) und stand unter der Aufsicht der Franziskaner, deren Kloster an das Klarissenkloster angebaut war. Das erklärt den Wortlaut der betreffenden Einträge. Nr. 257 gehörte den Klarissen und nicht den Franziskanern. Statt cenofij moialium (?) heißt es natürlich cenobij mo(n)ialium. Die von Walsh falsch interpretierten und teilweise falsch transkribierten Einträge in Nr. 762 und 1097 weisen eindeutig auf die Franziskaner als Besitzer der Bände hin. In Nr. 762 steht Runkada und nicht kunkada, während bei Nr. 1097 das Fragezeichen hinter der Transkription ru(n)kada wegfallen kann (siehe oben).

Brühl. Carthusians ist die Kartause St. Veit in Prüll (heute der Stadtteil Karthaus-Prüll in Regensburg).

Brunus Aretinus, Leonardus ist keine Provenienz, sondern ein Übersetzer und gehört in den Index of editors and translators, wo auf S. 556 schon zwei weitere Nummern unter Brunus verzeichnet sind.

Deservitor (?), Johannes: Wenn man sich den Wortlaut dieses Eintrags bei Nr. 236 genau ansieht, wird klar, daß Deservitor nicht der Nachname eines gewissen Johannes ist, sondern seine Stellung als deservitor Eccl(es)iae (= Kirchendiener) bezeichnet. Er schenkte den Band dem Franziskanerkloster St. Trudo (wohl Sint-Truiden/Saint-Trond in Belgien), das im Register fehlt.

Friedrichshafen (Bodensee) Benedictines: zu der hier aufgeführten Nr. 1159 gehört noch Nr. 905. Mit dem fast gleichlautenden dreifachen Besitzvermerk Monasterij Weingartensis in Veldkirch. In Hofen hat es folgende Bewandtnis. Zum Benediktinerkloster Weingarten gehörten auch die Priorate in Feldkirch und Hofen (dem heutigen Friedrichshafen). Die Bibliothek des Priorats Feldkirch wurde 1695 von dem neugegründeten Priorat Hofen übernommen und bei der Säkularisation wieder mit der Bibliothek des Mutterklosters Weingarten zusammengeführt, dessen alten Besitzvermerk die Bände zusätzlich tragen. Im Register sollte von allen drei Ortsnamen auf Weingarten verwiesen werden.

Gerau (?) Monastery ist weder das hessische Groß-Gerau noch Gera in Thüringen, sondern wahrscheinlich das Prämonstratenserstift Geras in Niederösterreich.

Gmünd. Dominicans = Schwäbisch Gmünd.

Heidenheim (Bavaria) Benedictines = Kloster St. Wunnibald im württembergischen Heidenheim.

Hesse. Grossherzogliche Bibliothek = Darmstadt, Großherzogl. Hessische Hofbibliothek.

Mergenthal. Seminary Library = Mergentheim (heute Bad Mergentheim). Die Seminarbibliothek ist ein Bestandteil der Deutschordensbibliothek, die sich heute zum größten Teil in der Württembergischen Landesbibliothek in Stuttgart befindet.

Muranius (?), Johannes: Der Name lautet sicher Murarius. Wie die anderen frühen Vorbesitzer dieses Reutlinger Drucks dürfte auch dieser Murarius aus dem Schwäbischen stammen. Er könnte mit einem der beiden Träger dieses Namens identisch sein, die 1569 bzw. 1587 an der Universität Tübingen immatrikuliert wurden. Der Murarius von 1587 stammte außerdem aus Reutlingen.

Philiatrus, Gablerus: Aus dem Wortlaut des Eintrags geht hervor, daß der Vorbesitzer Venerandus Gabler(us) hieß und folglich im Alphabet unter G einzuordnen ist. Wahrscheinlich ist er identisch mit dem aus Nürtingen stammenden Mediziner Venerandus Gabler(us), der ab Wintersemester 1536/37 in Tübingen studierte und später Dekan der medizinischen Fakultät wurde. Ein weiterer Venerandus Gabler(us) - wahrscheinlich der Sohn des Mediziners - wurde am 2.11.1563 ebenfalls in Tübingen immatrikuliert.

Roth. Premonstratensians = Rot an der Rot. Da es in Deutschland zahlreiche Orte gibt, die sich Roth schreiben, sollte das oberschwäbische Rot an der Rot unter seinem amtlichen Namen im Alphabet erscheinen.

Rottenbuch (Bavaria) Monastery (unidentified) = Rottenbuch, Propstei der Augustinerchorherren.

Schemonshausen. Augustinian Hermits = Seemannnshausen/Niederbayern, Augustinerchorherrenstift.

Snalb. Carthusians = Kartause Allerengelberg im Schnalstal (Südtirol). Statt Snalb ist Snals zu lesen.

Stiefenhofen. Capitulum ruralis: Die Landkapitelsbibliotheken waren eine Besonderheit des Bistums Augsburg. Sie entstanden im 18. Jahrhundert und hatten ihre Blütezeit im l9. Jahrhundert. Landkapitel heißt im Lateinischen Capitulum rurale und nicht C. ruralis wie bei Walsh.

Tegging (?) Monastery of St. Martin (unidentified) = Deggingen (heute Mönchsdeggingen/Bayer. Schwaben), Benediktinerkloster St. Martin.

Undensdorf (Bavaria) Augustinian Canons = Indersdorf/Oberbayern.

Vilshovium (?) Capuchins = Vilshofen/Niederbayern.

Wanheur (?), Erasmus: Wenn auch der Name dieses frühen Vorbesitzers von Walsh nicht entziffert werden konnte, so sollte wenigstens sein Herkunfts- und Wohnort chytzpüchl (= Kitzbühel in Tirol) ins spätere Gesamtregister aufgenommen werden. Der wirkliche Name dieses Kitzbüheler Vorbesitzers lautet übrigens mit Sicherheit Wanner. An der Wiener Universität wurde am 13. 10. 1500 ein Martinus Wanher (= Wanner) aus Kitzbühel immatrikuliert, der vermutlich aus derselben Familie stammt.

Weissenbrunn (Bavaria) Benedictines = Wessobrunn.

Zeno, Saint, Monastery (unidentified) = Bad Reichenhall/Oberbayern, Augustinerchorherrenstift St. Zeno.

Zahlreiche weitere Einträge sind zwar offensichtlich falsch transkribiert, können aber ohne Einsicht ins Original in einer Rezension nicht korrigiert werden. Dies gilt auch für die Provenienzenregister der drei anderen Bände.

2.4.2 Zu Band 2

2.4.2.1 Zu einzelnen Drucken

Obwohl dieser Band nur die römischen (Nr. 1282 - 1508A) und venezianischen (Nr. 1509 - 2761) Inkunabeln enthält, ist er der umfangreichste des ganzen Katalogs. Das hängt natürlich mit Venedig zusammen, dem mit Abstand größten Druckerzentrum des 15. Jahrhunderts. Die Dominanz Venedigs spiegelt sich auch in den modernen Inkunabelsammlungen wider. Vorsorglich macht Walsh in seinem kurzen Vorwort zu diesem Band auf die schier unlösbaren Probleme aufmerksam, die die Bestimmung zahlloser unfirmierter venezianischer Drucke aus dem letzten Jahrzehnt des 15. Jahrhunderts bereitet. Bescheiden fügt er hinzu: "Our holdings are here recorded, however, under one printer or another, so that anyone who wishes to do further typographical research will find the material ready to hand" (S. VII). Die beiden wichtigsten Abbreviated references, die Walsh ab Band 2 seines Katalogs zusätzlich zitiert, sind der bereits 1988 erschienene erste Band des monumentalen Inkunabelkatalogs der Bayerischen Staatsbibliothek in München[12] und der seit 1981 ganz abgeschlossene Inkunabelgesamtkatalog der italienischen Bibliotheken (IGI),[13] den er in Band 1 noch nicht zitieren mußte. AuffälIig ist jedoch, daß Walsh das schon 1980 erschienene Gesamtverzeichnis der römischen Inkunabeln[14] nicht unter seine References aufgenommen hat. Trotz seiner knappen Angaben ist dieses Verzeichnis sehr nützlich und sollte künftig bei allen römischen Frühdrucken zitiert werden. Es führt in chronologischer Abfolge 1828 Drucke auf, die derzeit als römische Inkunabeln gelten.

Zu den Druckbeschreibungen ist nur wenig anzumerken. Im Vorspann zu den römischen Inkunabeln geht Walsh (S. 3) auf die erstmals 1981 von John L. Sharpe III.[15] vorgetragene These ein, nicht die beiden deutschen Kleriker Sweynheym und Pannartz seien (wie bisher in der gesamten Literatur angenommen) die Erstdrucker Roms, sondern der aus Straßburg zugewanderte Kleriker Sixtus Riessinger, der einige Jahre später nach Neapel weiterzog. Da sich selbst ein so ausgewiesener Kenner des italienischen Frühdrucks wie Dennis E. Rhodes von den Argumenten Sharpes überzeugen ließ,[16] schloß sich Walsh dieser Meinung an. Aber er konnte sich doch nicht dazu durchringen, deshalb die Reihenfolge der römischen Drucker in seinem Katalog zu ändern: "In view of the uncertainty, I retain the traditional order of the printers" (S. 3). Damit war er gut beraten, denn die Hypothese Sharpes wird sich wohl nicht durchsetzen, da gewichtige Argumente dagegen sprechen.[17] Hier sei nur auf ein Faktum hingewiesen. Nach seiner endgültigen Rückkehr ins heimatliche Straßburg gehörte Riessinger auch zum Bekanntenkreis Jakob Wimpfelings, der ihm in seiner Epitome rerum Germanicarum (1505) im 65. Kapitel über die Erfindung des Buchdrucks ein schönes Denkmal setzte. Die darin enthaltenen Informationen stammen sicher aus erster Hand d.h., was Riessinger angeht, von ihm selbst. In diesem Abschnitt wird ihm lediglich die Einführung des Buchdrucks in Neapel zugeschrieben, was der Wirklichkeit entspricht. Unmittelbar danach ist von Ulrich Han die Rede, mit dem Riessinger in Rom in enger Verbindung stand. Von ihm schreibt Wimpfeling: "Praeterea Vdalricus cognomento han, sub idem ferme tempus formas librarias, rem inauditam, nec unquam romanis visam, romam attulit" (Abkürzungen aufgelöst). Auch diese Information dürfte von Riessinger stammen. Demnach sah er in seinem Kollegen Han den Erstdrucker Roms.

Nach seinem achtjährigen Aufenthalt als Drucker in Neapel kehrte Riessinger nochmals nach Rom zurück und betrieb dort Anfang der achtziger Jahre des 15. Jahrhunderts erneut eine Druckerei. Zumindest anfänglich war Riessinger bei seiner zweiten römischen Offizin mit einem gewissen Georgius Teutonicus liiert, der von den einen (z.B. vom GW) mit Georg Herolt und von den anderen (darunter BMC und IGI) mit Georg Lauer identifiziert wird. Walsh schloß sich im Prinzip den Lauer-Anhängern an, führte aber diese Druckerei separat auf: Georgius Teutonicus (Lauer ?), in part with Sixtus Riessinger (third press) (S. 79). Harvard besitzt zwei Drucke (Nr. 1481 - 1482), die dieser Druckerei zugeschrieben werden. Der erste (Nr. 1481) ist unfirmiert; der zweite (Nr. 1482) ist ebenfalls unfirmiert, weist aber Riessingers römische Druckermarke auf, was aus Walshs Beschreibung nicht hervorgeht. Mit ziemlicher Sicherheit stammt dieser Druck aus der Phase in Riessingers zweiter römischer Zeit, in der er seine Druckerei wieder allein führte. Im Druckerregister hat Walsh Riessingers zweite römische (und insgesamt dritte) Druckerei ganz unter den Tisch fallen lassen. Außerdem fehlt die Verweisung von Lauer auf Georgius Teutonicus, der nur unter seiner Herkunftsbezeichnung Teutonicus erscheint; von Herolt wird ohnehin nicht verwiesen.

Damit sind wir bereits bei den Registern dieses Bandes. Im Druckerregister fiel noch auf, daß der venezianische Drucker Antonio di Bartolomeo da Bologna, der dann später in Florenz unter seinem eigentlichen Familiennamen Miscomini firmierte, nur unter Bartolommeo da Bologna ohne Verweisung von Miscomini aufgeführt wird (S. 610), während er im dritten Band (S. 358) nur noch als Miscomini geführt wird.

2.4.2.2 Bemerkungen zum Register der Provenienzen

Altenstenn (?), Cyriacus = Altenstein, Cyriacus von.

B.C.: Wenn die Initialen BC weiß auf schwarzem Grund in einem eiförmigen Kreis stehen, dann handelt es sich um einen der Stempel der Biblioteca Corsiniana in Rom.

Bib. Nor.(?) = Bibliotheca Norica - Stadtbibliothek Nürnberg. Der Druck (Nr. 2111), in den dieses Besitzeretikett der alten Nürnberger Stadtbibliothek eingeklebt ist, ist mit einem zweiten Druck (Nr. 3421), der in Band 3 beschrieben wird, zusammengebunden. Im Provenienzenregister von Band 3 ist der Fehler in Band 2 stillschweigend korrigiert. In Band 4 ist ein weiterer Band (Nr. 3792) mit dem Nürnberger booklabel gleich richtig unter Nuremberg. Stadtbibliothek eingeordnet.

C. C. E. H. Z. W. O. = Carl Christian Erdmann Herzog zu Württemberg-Oels (siehe dazu: Katalog der Inkunabeln der Sächs. Landesbibliothek zu Dresden / Helmut Deckert. - Leipzig, 1957, S. 220).

Himmerode. Cistercians = Himmerod.

Hohenberg (Baden-Württemberg) Benedictines: In Baden-Württemberg gab es nur eine Propstei Hohenberg, die zum Benediktinerkloster Ellwangen gehörte und bereits um 1450 erlosch. Der betreffende Eintrag in Nr. 2137 lautet "Est Co(n)ve(n)tus altimo(n)tis S. S. ... & Filio(rum)". Daraus geht hervor, daß es sich zwar um ein Kloster, aber nicht um ein Benediktinerkloster handelt. Der betreffende Ort Altus Mons muß nicht in Deutschland liegen.

Kempten (?) Parish Library: Läßt sich überhaupt nicht überprüfen, da die Katalognummer fehlt.

Königliche Handbibliothek (unidentified) = Stuttgart, ehemalige Königliche Hofbibliothek, deren Bestand sich heute in der Württembergischen Landesbibliothek in Stuttgart befindet. Eine Reihe von alten Drucken, die nicht unbedingt Dubletten waren, wurden noch im l9. Jahrhundert (vor 1884) ausgeschieden. Sie tragen nur den älteren Stempel Königliche Handbibliothek. Die gesamte Inkunabelsammlung der Hofbibliothek wurde bereits (bis auf einige Nachzügler, die erst nach dem Ende der Monarchie folgten) im Jahr 1884 der Königl. Landesbibliothek übergeben.

Protzer, Johannes: Der aus Nördlingen stammende Nürnberger Jurist vermachte bei seinem Ableben 1528 seine gesamte 290 Bände umfassende Bibliothek seiner Heimatstadt, wo sich mehr als die Hälfte davon heute noch befindet. Leider traten im 18. und 19. Jahrhundert größere Verluste ein, weshalb Bände aus Protzers Besitz heute über die halbe Welt verstreut sind. Zum Glück hat sich der lange Zeit verschollene Katalog dieser Privatbibliothek in Straßburg erhalten. Er wurde sogar zweimal (1920/21 und 1942) publiziert, so daß auch die heute in Nördlingen fehlenden Bände wenigstens bibliographisch ermittelt werden können. Vorausblickend hatte der Rezensent 1981 geschrieben: "Vor allem in jenen Bibliotheken sind solche Bände zu erwarten, die ihren Bestand an Frühdrucken im 19. und frühen 20. Jahrhundert durch systematische Ankäufe vermehren konnten (also besonders in den angelsächsischen Bibliotheken diesseits und jenseits des Ozeans)".[18] Durch Walshs Katalog ist jetzt der Aufbewahrungsort von insgesamt fünf weiteren Protzer-Bänden bekannt geworden.

Ranshofen. Augustinian Canons = Ranshofen am Inn (Oberösterreich), Augustinerchorherrenstift. Die auf den Einband des betreffenden Bandes (Nr. 1497) gestempelten Initialen B. M. S. R. mit der Jahreszahl 1669 weisen ebenfalls auf dieses Kloster hin. Von ihnen sollte im Register auf Ranshofen verwiesen werden.

Vuipacherus, Tobias = Wipacher.

Zobius, Paulus: möglicherweise Paolo Giovio (Jovius) in dialektaler Schreibweise.

2.4.3 Zu Band 3

2.4.3.1 Zu einzelnen Drucken

Zu den Druckbeschreibungen ist fast nichts anzumerken. Zwei Druckorten (Padua und Florenz) hat Walsh je eine preliminary note vorausgeschickt. Im Vorspann zu Padua (S. 12) weist er darauf hin, daß durch die inzwischen allgemein akzeptierte Identifizierung des früher nach Florenz verlegten sogenannten Druckers des Mesue mit dem Paduaner Drucker Lorenzo Canozzi (Canozius), Padua zeitlich vor Florenz rückt, was eine Änderung des alten Proctor order zur Folge hat. In der preliminary note zu Florenz (S. 28) mußte er darauf hinweisen, daß die Bestimmung und zeitliche Einordnung vieler unfirmierter und undatierter Florentiner Drucke vom Ende des 15. Jahrhunderts mindestens so schwierig ist wie die entsprechender venezianischer Drucke (siehe oben). Deshalb ist er bei Florenz in einigen Fällen von seinem Grundsatz abgewichen, keine Drucke ausführlich zu beschreiben, die mit ziemlicher Sicherheit nach 1500 erschienen sind und zwar "in a number of cases where the book has been listed by many authorities as an incunable and is rare enough so that only a few copies have been recorded but never adequately described." Dagegen hat er am Schluß der Florentiner Drucke unter der Zusatznummer (3035e) noch eine Gruppe von zehn undatierten Savonarola-Ausgaben nur mit ihren Hain-, Proctor- und Goff-Nummern aufgelistet, die nach seiner Meinung dem frühen 16. Jahrhundert angehören. Darunter sind aber wieder einige, die vielleicht doch noch ins 15. Jahrhundert gehören und deshalb vom italienischen IGI als Inkunabeln erfaßt wurden (siehe IGI 8751, 8765, 8776, 8787). Diese unterschiedliche Behandlung illustriert tatsächlich die Schwierigkeiten, die die zeitliche Einordnung solcher Drucke bereitet.

Nr. 3332

Walsh hat diesen Mantuaner Druck noch unter dem Drucker P. A. de Michaelibus eingeordnet, obwohl er in den Erläuterungen dazu auf die Probleme eingeht, die die Zuweisung dieses Drucks bereitet. Inzwischen weiß man, daß de'Micheli seine kurze Laufbahn als Drucker bereits im Frühjahr 1473 definitiv beendete und folglich als Urheber dieses Drucks von 1474 ausscheidet. Der Druck stammt von seinem ersten Mitarbeiter Paul von Butzbach, der in der Harvard-Sammlung mit weiteren Drucken (Nr. 3335A - 3339) vertreten ist. Der von Walsh in der Erläuterung zu Nr. 3332 erwähnte Georgius war nicht Pauls Bruder, sondern (wie erst seit kurzem bekannt ist) nur sein zeitweiliger Partner. Er kam auch nicht aus Butzbach, sondern aus Augsburg.

S. 284

Bei dem Drucker Bevilaqua ist die italienische Schreibung Bevilacqua vorzuziehen; das gilt auch schon für den zweiten Band und hier für das Register (S. 356). Damit sind wir bei den Registern, wo im Druckerregister bei Gallus, Bonus aus Versehen ein Teil des Ortsnamens Colle di Valdelsa (nämlich Colle di) aus der Spalte mit dem Druckort nach vorn zum Druckernamen gerückt wurde. Der Drucker mit dem Notnamen Drucker des Mesue fehlt ganz unter Printer of:. Von ihm sollte aber im geplanten Gesamtregister auf Canozius verwiesen werden, da er in den meisten älteren Katalogen noch unter seinem Notnamen erscheint.

2.4.3.2 Bemerkungen zum Register der Provenienzen

Cistercians (unidentified monastery) = Oliva (Danzig), Cistercienserkloster. Der Eintrag in Nr. 3120 Beatae Mariae de Oliua Ordinis Cisterciorum in [illegible] ist entweder durch Dantisco oder Gedano, die lateinischen Bezeichnungen für Danzig, zu ergänzen. Oliva ist ein Vorort von Danzig.

Lier, - = R. Lier & Co., Antiquarian booksellers & publishers, Florenz. Das in deren Cat. 9 (1926) unter Nr. 20 angebotene Exemplar dieses Drucks (HC 6194) scheint jedoch nicht das von Walsh (Nr. 2989) beschriebene zu sein. Entweder wurde das Harvard-Exemplar von Lier außer Katalog angeboten oder es stammt aus einem anderen Lier-Katalog.

Monastery of St. Euphemia (unidentified) = Brescia, Benediktinerkloster Santa Eufemia.

Ol'denburg, - Prince of = Graf von Oldenburg (?).

Ricasoli Ridolfi, Laudomia: Bei ihr müßte auch von Ridolfi verwiesen werden, da sie sich auch als Laudomia Ridolfi in ihre Bücher eintrug. Die Württembergische Landesbibliothek besitzt einen Sammelband aus ihrem Besitz mit einem solchen Eintrag.

Zellkis (?), Johannes: Der ungeklärte Besitzvermerk befindet sich in Nr. 3310 (statt 33101).

2.4.4 Zu Band 4

2.4.4.1 Zu einzelnen Drucken

Band 4 enthält am Ende des Katalogs und vor dem Supplement die separate Beschreibung des mit 27 verschiedenen Ausgaben in 35 Exemplaren eindrucksvollen Bestands an hebräischen Inkunabeln. Kurz nachdem Walsh das Manuskript seines vierten Bandes in Druck gab, erschien im Dezember 1994 eine weitere Publikation des derzeit besten Kenners des hebräischen Frühdrucks, Adriaan K. Offenberg, in der er die zeitliche Abfolge der hebräischen Inkunabeln aus Mantua einer gründlichen Untersuchung unterzog.[19] Demnach lassen sich die beiden in Harvard vorhandenen Mantuaner Hebraica, bei denen Walsh nur die Eckdaten ca. 1474/77 angegeben hat, zeitlich etwas enger eingrenzen. Nach Offenberg (a.a.O. S. 312) ist Heb-4 1474 - 75 und Heb-5 1475 - 76 anzusetzen.

2.4.2.2 Bemerkungen zum Register der Provenienzen

Carthusians (unidentified monastery) = Abbeville (worunter es im Register schon erfaßt ist).

Martin, - of Louvain = Louvain (Löwen), St. Martin (?).

Rath, Eric von = Rath, Erich von.

Wie die der anderen Bände enthält auch der Provenance index dieses vierten Bandes zahlreiche Einträge, die Walsh mit einem Fragezeichen versehen mußte und die allenfalls durch Einsichtnahme in die Bände selbst geklärt werden könnten. Hinzu kommen noch viele unidentified Klöster, Exlibris und Wappen.

3 Zusammenfassende Würdigung

Die zahlreichen Korrekturen, die der Rezensent vor allem bei den Provenienzen anbringen mußte, und die oben vorgetragenen Einwände gegen die rudimentären Einbandregister dürfen nicht den Eindruck erwecken, Walshs Katalog weise überhaupt größere Mängel auf. Es handelt sich im Gegenteil um einen sehr sorgfältig erarbeiteten Katalog einer der bedeutendsten Inkunabelsammlungen, die - wie gerade die Durchsicht der Provenienzenregister offenbart - eine große Zahl von Bänden aus den Bibliotheken berühmter Vorbesitzer aus allen Jahrhunderten seit Beginn des Buchdrucks ihr eigen nennen kann. Ihr inhaltlicher Reichtum rührt nicht zuletzt vom Mäzenatentum amerikanischer Sammler her, die ihre kostbaren Sammlungen ganz oder teilweise der Harvard University vermachten. Allein durch die Inkunabelsammlung von James Frothingham Hunnewell, die sein Sohn James Melville Harvard überließ, kamen schon 1919 seltenste Drucke in die Bostoner Bibliothek. Philip Hofer (1898 - 1984), der jahrzehntelang als Curator an der Harvard University Library tätig war, stiftete seiner Bibliothek im Laufe der Jahre zahlreiche illustrierte Inkunabeln von höchstem Wert, die er mit großer Kennerschaft gesammelt hatte. Die Liste der Stifter, die die Inkunabelsammlung von Harvard bereicherten, ist lang. Dazu kommen große Erwerbungen, die ebenfalls häufig durch Stiftungen ermöglicht wurden. Daß die Harvard University Library zum Beispiel seit langem die größte Savonarola-Sammlung Amerikas besitzt, was sich besonders in der Inkunabelsammlung widerspiegelt, ist dem vor allem durch Stifter (darunter kein Geringerer als John Pierpont Morgan jr.) 1921 finanzierten Ankauf der Savonarola-Sammlung von Henry Roderick Newman zu verdanken.

Gerade die außergewöhnliche Vielfalt und Bedeutung der jetzt in einem vollständigen Katalog erfaßten Sammlung verpflichtet zur umfassenden Erschließung ihrer individuellen Merkmale durch gründliche, umsichtig angelegte Register, wie sie oben angeregt wurden. So ruhen die diesbezüglichen Hoffnungen auf dem Gesamtregister im abschließenden fünften Band des Katalogs.

Peter Amelung


[1]
Census of fifteenth century books owned in America / comp. by a committee of the Bibliographical Society of America. - New York, 1919. (zurück)
[2]
Ein zweiter, von Margaret Bingham Stillwell bearbeiteter Census war 1940 ebenfalls in New York erschienen. Ihm folgte 1964 der von Frederick Richmond Goff verfaßte dritte Census, dem er 1972 ein Supplement folgen ließ: Incunabula in American libraries : a supplement to the third census of fifteenth-century books recorded in North American collections (1964) / comp. and ed. by F. R. Goff. - New York, 1972. In der Introduction (S. VII) seines Supplements stellte Goff in einer Tabelle die zahlenmäßige Entwicklung des nordamerikanischen Inkunabelbesitzes dar. Die Zahlen sprechen für sich: 1919 6292 Ausgaben in 13.200 Exemplaren; 1940 11.132 Ausgaben in 35.232 Exemplaren; 1964 12.599 Ausgaben in 47.188 Exemplaren; 1971 12.923 Ausgaben in 50.748 Exemplaren. Im Postscript (S. XI), das er neun Monate später schrieb, konnte er die letzten Zahlen nochmals nach oben korrigieren: 12.939 Ausgaben in 51.147 Exemplaren. (zurück)
[3]
Incunabula in the Huntington Library / Herman R. Mead. - San Marino, Calif., 1937. (zurück)
[4]
Für ihren Inkunabelbestand liegt bereits seit 1944 ein gedruckter Katalog vor: A catalogue of the medieval and Renaissance manuscripts and incunabula in the Boston Medical Library / James F. Ballard. Boston, 1944. Die Bibliothek besaß damals 674 Inkunabeln (= Ballard Nr. 53 - 726). (zurück)
[5]
Die Inkunabeln der Universitätsbibliothek und anderer öffentlicher Sammlungen in Freiburg im Breisgau und Umgebung / beschrieben von Vera Sack. - Wiesbaden : Harrassowitz, 1985. - 1 - 3. - (Kataloge der Universitätsbibliothek Freiburg im Breisgau ; 2) (zurück)
[6]
A catalogue of the fifteenth-century printed books in the University Library Cambridge / comp. by J. C. T. Oates. - Cambridge : Cambridge University Press, 1954. (zurück)
[7]
Als Quelle für deutsche Exlibris führt Walsh unter seinen Abbreviated references nur die englische Ausgabe von 1901 des Werks von K. E. Leiningen-Westerburg auf. Die meisten älteren deutschen Exlibris könnte er jedoch mit Warnecke-Nummern zitieren: Die deutschen Bücherzeichen : Ex-Libris von ihrem Ursprunge bis zur Gegenwart / Friedrich Warnecke. - Berlin, 1890. - Ein 1970 angekündigter Reprint dieses Werks ist leider nie erschienen. (zurück)
[8]
Siehe Technische Beiträge zur Inkunabelkunde / Adolf Schmidt. // In: Gutenberg-Jahrbuch. - 1927, S. 9 - 23, bes. S. 16 ff. Sodann Niklas von Wyles deutsche Übersetzung der Schrift von Enea Silvio Piccolomini "De remedio amoris" / Peter Amelung. // In: Mitteilungen der Württembergischen Bibliotheksgesellschaft. - 2 (1968), S. 3 - 8, bes. S. 8 sowie in einer Sammelbesprechung Neuere deutschsprachige Literatur zur Inkunabelkunde / Peter Amelung. // In: Zeitschrift für Bibliothekswesen und Bibliographie. - 20 (1973), S. 210 - 244, bes. S. 221. - Siehe auch Methoden zur Bestimmung und Datierung unfirmierter Inkunabeln / Peter Amelung. // In: Buch und Text im 15. Jahrhundert : Arbeitsgespräch in der Herzog-August-Bibliothek Wolfenbüttel vom 1. bis 3. März 1978. - Hamburg, 1981, S. 89 - 128, bes. S. 97 und 115. (zurück)
[9]
Walsh Nr. 269 ist in Ballards Katalog von 1944 (siehe Anm. 4), den Walsh zwar unter seinen Abbreviated references aufführt, hier aber nicht zitiert, als Nr. 57 beschrieben. (zurück)
[10]
Näheres dazu in Der Frühdruck im deutschen Südwesten / Peter Amelung. - Stuttgart. - Bd. 1. Ulm. - 1979, S. 23 - 24. Der von Walsh falsch bestimmte Einblattdruck soll in dem noch ausstehenden zweiten Band meines Frühdruck unter Nr. 335 behandelt werden. (zurück)
[11]
Siehe dazu jetzt den Artikel Lirer in Lexikon des gesamten Buchwesens (LGB2). - 2. Aufl. - Bd. 4 (1995), S. 563. (zurück)
[12]
Inkunabelkatalog / Bayerische Staatsbibliothek : BSB-Ink. / Red.: Elmar Hertrich ... - Wiesbaden : Reichert. - 29 cm [0573]. - Bd. 1. A - Brev. - 1988. - L, 594 S. - ISBN 3-88226-450-0 : DM 390.00. - Vgl. ABUN in ZfBB 36 (1989),5, S. 447 - 450.
Bd. 2 (1991) des BSB-Ink wird bei Walsh ab Band 3 und BSB-Ink Bd. 3 (1993) in Walshs letztem Band zitiert. (zurück)
[13]
Indice generale degli incunaboli delle biblioteche d'Italia. - Roma. - Vol. 1 (1943) - 6 (1981). (zurück)
[14]
Siehe Indice delle edizioni romane a stampa (1467 - 1500) // In: Scrittura, biblioteche e stampa a Roma nel Quattrocento : aspetti e problemi. - Città del Vaticano. - Vol. 2 (1980) - (Littera antiqua ; 1,2). Nach dem Wunsch seiner sechs Bearbeiter soll der Indice als IERS zitiert werden. (zurück)
[15]
Siehe A Leaf from the letters of St. Jerome, first printed by Sixtus Reissinger (!), Rome, c. 1466 - 1467 : with an historical essay / by Jeremy Duquesnay Adams and a bibliographical essay by John L. Sharpe III. Ed. by Bennett Gilbert. - Los Angeles ; London, 1981. (zurück)
[16]
Siehe Rhodes' Besprechung von Sharpes Beitrag in: The library. - Ser. 6, vol. 5 (1983), S. 68 - 71. (zurück)
[17]
Sharpes These wird nicht von ungefähr in einem sogenannten leaf book vorgetragen, das in kleinster Auflage jeweils zusammen mit einem Originalblatt aus der betreffenden Inkunabel verkauft wurde. Die Beiträge dienen gleichzeitig der zusätzlichen Aufwertung des angebotenen Fragments. Walshs Aufnahme dieses angeblich ersten römischen Drucks in seinen Katalog (Nr. 1318A) beruht übrigens ausschließlich auf dem einen Originalblatt, das der von Bennett Gilbert herausgegebenen Publikation beigefügt ist. (zurück)
[18]
Siehe Nochmals zur Bibliothek des Johannes Protzer aus Nördlingen / Peter Amelung. // In: Gutenberg-Jahrbuch. - 1981, S. 277 - 283; Zitat S. 282 - 283. (zurück)
[19]
The chronology of Hebrew printing at Mantua in the fifteenth century : a re-examination / Adri K. Offenberg. // In: The library. - Ser. 6, vol. 16 (1994), S. 298 - 315. (zurück)

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