Bibliotheksservice-Zentrum (BSZ) Baden-Württemberg // Südwestdeutscher Bibliotheksverbund
Rezension aus:
Informationsmittel für Bibliotheken (IFB) 2(1994) 3/4
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Bibliographie Arno Schmidt


94-3/4-454
Bibliographie Arno Schmidt / Karl-Heinz Müther. - Bielefeld : Aisthesis-Verlag. - 26 cm. - (Bibliographien zur deutschen Literaturgeschichte ; 1)
[2152]
[Grundwerk]. 1949 - 1991. - 1992. - 1004 S. - ISBN 3-925670-49-1 : DM 98.00
Nachlfg. 1. - 1992. - 169 S. - ISBN 3-925670-87-4 : DM 36.00

Die Bibliographie - Grundwerk und erste Nachlieferung - ist wie folgt gegliedert: 1.1. Werkausgaben (Bargfelder Ausgabe; Zürcher Kassetten; Ausgewählte Werke). 1.2. Einzelausgaben, Übersetzungen ... 1.4. Audio/Video/Dramatisierungen/Lesungen. 1.5. Übersetzungen durch Arno Schmidt. 2. Sekundärliteratur. 3. Allgemeines zu Leben und Werk ... 6. Arno-Schmidt-Preis ... - 8. Register.

Die Kennzeichnung der einzelnen Einträge besteht aus einer Buchstabengruppe mit oder ohne Ordnungszahl und einem Datum. Die Buchstabengruppe bezeichnet das Werk bzw. die Sachgruppe, die Ordnungszahl untergliedert ggf., und "das Datum bezeichnet den Tag der Veröffentlichung. Bei Zeitschriften und Büchern ist jeweils der 01. des Monats des Erscheinens angegeben; wenn der Monat nicht festzustellen war, jeweils der 31.12. des Jahres." Das führt dann - relevant wird das erst bei Benutzung der Register - zu Bezeichnungen wie LEV 31.12.63 für die Leviathan-Ausgabe in der Bibliothek Suhrkamp 1963 usw. Zu Beginn neuer Abschnitte steht immer ein 01.01.01 - man muß das einfach überlesen, es ist ein bloßes "Computeropfer". Ohne tiefere Bedeutung als die der Gliederung des Inhaltsverzeichnisses bleibt die dem Leviathan-Komplex zugewiesene Ordnungsnummer 1.2.1.

Hat man sich an den komplizierten Aufbau einmal gewöhnt, kann der Arno-Schmidt-Liebhaber in der Bibliographie mit einigem Vergnügen sogar richtig lesen. Dies Vergnügen wäre freilich noch viel größer, wenn das Werk nicht in einer so entsetzlich engen PC-Typographie daherkäme. Weniger vergnüglich gestalten sich allerdings so schnöde Arbeiten wie das bibliographische Verifizieren von Literaturzitaten.

Bei den Werk- und Einzelausgaben folgen die sogenannten Rezensionen jeweils als eigener Block der Verzeichnung der Editionen. KIH 1 bietet S. 193 - 196 die Ausgaben mit Titelvarianten von Kühe in Halbtrauer, S. 197 - 204 folgt ein Block Rezensionen, ohne daß klar wird, auf welche Ausgaben im einzelnen sie sich jeweils beziehen; ja, zum guten Teil sind es gar keine "Rezensionen", sondern Lexikonartikel, veritable Aufsätze der Sekundärliteratur usw. Alles mehr für den Liebhaber gedacht, dem die Suche mehr Spaß macht als das Finden.

Zu den Sammelwerken der Sekundärliteratur werden die Inhalte mit Seitenbegrenzung zitiert. Für die einzelnen Beiträge werden ggf. frühere oder weitere Abdrucke unter Angabe der Nr. nachgewiesen. Der Bargfelder Bote, Der Haide-Anzeiger, der Zettelkasten u. a. m. sind mit all ihren Beiträgen an einer Stelle zusammengefaßt; die Beiträge sind nicht z. B. einzelnen Werken zugeordnet, auf die sie sich beziehen.

Das nachgewiesene Titelmaterial ist imposant. Darin liegt das unbestreitbare Verdienst der Arbeit. Die Methodik ist esoterisch, auf Benuzter, die mit dem Werk weniger vertraut sind, wird keine Rücksicht genommen. Die Ansprüche an den Benutzer der Bibliographie korrespondieren also aufs schönste mit den Anforderungen, die Arno Schmidt an seine Leser stellt.

Hans-Albrecht Koch


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