Bibliotheksservice-Zentrum (BSZ) Baden-Württemberg // Südwestdeutscher Bibliotheksverbund
Rezension aus:
Informationsmittel für Bibliotheken (IFB) 1(1993) 3/4
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Vademecum deutscher Lehr- und Forschungsstätten. Stätten


93-3/4-146
Vademecum deutscher Lehr- und Forschungsstätten. Stätten der Forschung. - Stuttgart : Raabe. - 25 cm
[1605]
Aufl. 10 (1992). - Bd. 1 - 2. - ISBN 3-88649-167-6 : DM 590.00
93-3/4-147
Forschungseinrichtungen der neuen Bundesländer / Hrsg.: Forschungsagentur Berlin GmbH. - Darmstadt : Hoppenstedt. - 24 cm
[1478]
Ausg. 1 (1992). - XX, 61, 431, 39 S. - ISBN 3-8203-0270-0 : DM 235.00, DM 175.00 (Subskr.-Pr.)
93-3/4-148
Handbuch der Universitäten und Fachhochschulen Bundesrepublik Deutschland, Österreich, Schweiz . - München [u.a.] : Saur. - 24 cm. - Bis Ausg. 4 hrsg. von Helga Lengenfelder. - ISSN 0933-4831
[0137]
Ausg. 6 (1993). - XXII, 546 S. - ISBN 3-598-11155-X : DM 298.00

Die gedruckte Ausgabe des Vademecum deutscher Lehr- und Forschungsstätten (VDLF) erscheint seit der 8. Auflage getrennt nach den beiden Abteilungen Stätten der Forschung und Stätten der Lehre, letztere in den zwei Unterabteilungen für Wissenschaftliche Hochschulen[1] und für Fachhochschulen, Kunst- und Musikhochschulen, Verwaltungsfachhochschulen, Technologietransfereinrichtungen.[2] Die Abteilung Stätten der Forschung hier erneut anzuzeigen, nachdem die zuerst in dieser Form erschienene Ausg. 8 (1985) in ABUN in ZfBB 32 (1985),5, S. 432 - 435 ausführlich besprochen worden war ist einerseits dadurch gerechtfertigt, daß die neueste Aufl. 10 (1992) jetzt auch die neuen Bundesländer integriert und damit ein Vergleich mit einem konkurrierenden Verzeichnis von Hoppenstedt vorzunehmen ist und andererseits wegen der später als die Druckausgabe erschienenen neuen CD-ROM-Ausgabe, die im Anschluß ausführlich gewürdigt wird.

An der Anlage des VDLF hat sich gegenüber der damals besprochenen Auflage nichts wesentlich geändert und auch die Angaben, deren Reihenfolge der des Fragebogens entspricht, sind dieselben, desgleichen die auf Grund dieser Angaben erstellten Register, von denen das Stichwortregister dieselben Mängel aufweist, die schon bei der 8. Aufl. getadelt wurden und die sich so lange nicht beheben lassen, wie nicht ein Mindestmaß an terminologischer Kontrolle vorgenommen wird, was freilich nicht zu erwarten steht. Nur ein Beispiel dafür, welche Folgen die unkontrollierte Eingabe von Begriffen ins Register hat: die Württ. Landesbibliothek (E143) nennt, da der Fragebogen offensichtlich keine entsprechenden Vorschriften macht, in der Rubrik "Forschungsvorhaben" u.a.: Universalbibliothek; Pflichtexemplarbibliothek; Spezialsammlungen: ... Hölderlin-Archiv; Stefan-George-Archiv ... Da diese Begriffe so ins Register aufgenommen werden, findet man zwar einen Eintrag unter Hölderlin (nämlich als Hölderlin-Archiv), nicht dagegen unter George, da hier die Registereintragung unter Stefan-George-Archiv erfolgt. Hier käme man nur bei geschickter Ausnutzung der Recherchemöglichkeiten der CD-ROM-Ausgabe zu einem Treffer. Und da den Institutionen die Auswahl der Stichwörter freigestellt ist, findet man außer der Württembergischen nur noch die Niedersächsische Landesbibliothek als Pflichtexemplarbibliothek im Register wieder. Und ob das 43.390 Namen (darunter eben auch das Personal des höheren Dienstes an den wissenschaftlichen Bibliotheken, wobei die Berücksichtigung der letzteren in einem Nachschlagewerk über Forschungsstätten nur bedingt einleuchtet) enthaltende Personenregister auch in Anbetracht der gerade hier besonders häufigen Veränderungen wirklich so nützlich ist, wagt der Rezensent erneut zu bezweifeln.

Neu ist, wie gesagt, die Berücksichtigung der einschlägigen 1.626 Institutionen in den neuen Bundesländern an der ihnen zukommenden Stelle im Ortsalphabet.[3] Darauf, daß gerade bei den Institutionen der neuen Bundesländer vor dem Redaktionsschluß am 15.07.1992 nicht nur zahlreiche Änderungen, sondern auch Streichungen und Neuaufnahmen notwendig waren, weist das Vorwort ebenso hin, wie auf die Tatsache, daß diese Angaben in vielen Fällen bereits bald nach dem Redaktionsschluß wieder überholt sein dürften.

Der damalige Bundesminister für Forschung und Technologie, Riesenhuber, wünschte sich, daß dieses Adreßbuch "ein wirksamer Beitrag zum Zusammenwachsen zu einer gemeinsamen deutschen Forschungslandschaft" sein möge. Damit, sowie mit der bereits oben erwähnten, noch nicht abgeschlossenen Neugestaltung der Forschungslandschaft in den neuen Bundesländern läßt sich auch ein separates Verzeichnis rechtfertigen. Die Daten wurden von der Forschungsagentur Berlin GmbH mittels Fragebogen erhoben, während Hoppenstedt anscheinend nur die Verlegung betreut; und da letzterer keine allgemeine Datenbank von Forschungseinrichtungen führt, ist auch keine Integration in ein Gesamtverzeichnis wie beim VDLF zu erwarten und ebenso ist mit einem Verschwinden dieses Sonderverzeichnisses nach erfolgtem "Zusammenwachsen" zu rechnen. Berücksichtigt sind lt. Vorwort ca. 2500 Forschungseinrichtungen, von denen ca. 850 auf solche der Wirtschaft entfallen. Während die Gesamtzahl also fast genau der des VDLF entspricht, dürfte der Anteil der industriellen Forschungseinrichtungen im vorliegenden Verzeichnis wohl höher liegen. Anlage gleichfalls in fünf weiter untergliederten Sachgebieten, innerhalb im Namensalphabet (nicht im Ortsalphabet, wie beim VDLF). Die Angaben entsprechen weitgehend denen im VDLF, doch sind die Forschungsschwerpunkte im vorliegenden Verzeichnis zumeist in einem Kontext dargestellt, aus dem Stichwörter für die Eintragung im voranstehenden Register der "Suchwörter" auf grünem Papier ausgewählt wurden; dieses Register enthält auch Eintragungen unter den Namen der Forschungseinrichtungen. Ferner finden sich Angaben zur technischen Ausstattung und zu den Dienstleistungen sowie häufig Angaben zur Zahl der Mitarbeiter, die allerdings nur dann sinnvoll sind, wenn sie die in der Forschung tätigen separat ausweisen und nicht die Gesamtmitarbeiterzahl nennen. Die Personen werden in einem Register am Schluß nachgewiesen. Die typographische Gestaltung ist wesentlich übersichtlicher als beim VDLF. In Anbetracht der raschen und tiefgreifenden Veränderungen in der Forschungslandschaft der neuen Bundesländer ist natürlich eine jährliche Aktualisierung eigentlich zu wenig, aber immer noch besser, als die noch größeren Abstände beim VDLF.

Das Handbuch der Universitäten und Fachhochschulen Bundesrepublik Deutschland, Österreich, Schweiz wurde auch in den Vorausgaben jeweils zusammen mit Ausgaben des VDLF und anderer verwandter Adreßbücher besprochen, so zuletzt in ABUN in ZfBB 38 (1991),1, S. 52 - 54 im Vergleich mit dem preisgünstigen Deutschen Hochschulführer. Berücksichtigte letzterer damals bereits die neuen Bundesländer, so sind diese nunmehr auch im Handbuch_... aufgenommen, was zu einer Zunahme auf jetzt insgesamt 9.559 Eintragungen geführt hat, die sich wie folgt auf die drei Länder verteilen: 7.931, 966 und 662. Die Anlage nach Ländern, Orten und innerhalb nach Hochschulen mit ihren Fakultäten, Fachbereichen und weiteren Einrichtungen ist gleich geblieben, ebenso das Sachregister, das die Hochschulen und ihre Einrichtungen mit laufender Nummer, Name und Ort unter ca. 1.300 Sachbegriffen verzeichnet.

Für Bibliotheken, denen es vor allem um die Ermittelung von Adressen und nicht um den Nachweis des Lehrkörpers geht, ausreichende und wesentlich preiswertere Alternative zu den verschiedenen Abteilungen des VDLF.

sh


[1]
Zuletzt Aufl. 8 (1988); vgl. die Rezension in ABUN in ZfBB 35 (1988),6, S. 515 - 516; eine Neuausgabe ist für Frühjahr 1994 in Vorbereitung. (zurück)
[2]
Zuletzt Aufl. 8 (1990); vgl. die Rezension in ABUN in ZfBB 38 (1991),1, S. 52 - 54. (zurück)
[3]
Sie waren vorher lediglich in einem 1991 erschienenen Ergänzungsband zur Aufl. 9 (1989) nach dem damaligen Stand berücksichtigt worden sowie in dem Verzeichnis Forschung in der DDR. - 1990; zu letzterem vgl. die Rezension in ABUN in ZfBB 38 (1991),1, S. 52 - 54. (zurück)

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