Bibliotheksservice-Zentrum (BSZ) Baden-Württemberg // Südwestdeutscher Bibliotheksverbund
Rezension aus:
Informationsmittel für Bibliotheken (IFB) 8(2000) 1/4
[ Bestand im SWB ]

The reference guide to famous engineering landmarks of the


00-1/4-238
The reference guide to famous engineering landmarks of the world : bridges, tunnels, dams, roads, and other structures / by Lawrence Berlow. - Chicago ; London : Fitzroy Dearborn, 1998. - XIII, 250 S. : Ill. ; 29 cm. - ISBN 1-57958-092-0 : $ 71.00, 45.00
[5808]

Eine Landmarke ist lt. Brockhaus ein "weithin sichtbares, markantes topographisches Objekt, das v.a. für die Luft- und Schiffahrt zur Orientierung wichtig ist." In diesem Sinne handelt es sich auch im vorliegenden Buch um rd. 600 monumentale, einzigartige Bauwerke,[1] neben den bereits im Untertitel genannten Anlagen insbesondere noch um Türme, Schlösser, Kanäle und Gedenkstätten. Ausgewählt wurden Bauwerke aus aller Welt, die zu ihrer Zeit oder immer noch als die größte, höchste oder spektakulärste Struktur galten bzw. gelten. Sie werden in alphabetischer Anordnung ihrer Eigennamen in kurzen, zwischen 5 und 50 Zeilen (bei zweispaltigem Satz) umfassenden Arktikeln vorgestellt. Im Kopf des Artikels werden noch Ort, Land und Bauzeit aufgeführt, im Text die Geschichte und Besonderheiten der Konstruktion dargestellt, sowie Erbauer und technische Daten genannt. Jeder Artikel endet entweder mit der Rubrik additional information oder source,[2] bestehend aus einem oder mehreren (nur englischsprachigen) Literaturhinweisen oder Internetadressen. Im Text benutzte Sachbegriffe, die im Glossar (s.u.) erläutert werden sowie Landmarken mit eigenem Artikel sind durch unterschiedliche Schrifttypen markiert. Dem lexikalischen Teil folgen: Appendix A mit Zeichnungen verschiedenartiger Brückentragwerke; Appendix B mit Photos von 12 überdachten Brücken aus Ohio; Appendix C mit 3 Ranglisten (die 20 höchsten Gebäude, die 20 längsten Hängebrücken und die 10 höchsten (Stau-)Dämme der Welt, Stand 1997).[3] Anschließend werden die im Lexikonteil bechriebenen Bauwerke nach verschiedenen Kriterien erschlossen. Unter Biographies sind 52 Ingenieure, Architekten und Künstler alphabetisch mit Angabe des Geburts- und Todesjahres sowie Kurzinformationen zu ihren wichtigsten Bauwerken angeführt (Umfang durchschnittlich 20 Zeilen); Chronology gibt die Übersicht nach den Entstehungsjahren der Bauwerke, mit einigen Begleitzeilen, die z.T. wörtlich aus dem Lexikonteil übernommen sind; das Glossary erläutert knapp 100 Fachbegriffe der Bautechnik, vor allem aus dem Brückenbau. Die Bibliography führt erneut die im Lexikonteil bereits mehrfach mit allen bibliographischen Angaben zitierten Literaturhinweise auf, hier in getrennten Alphabeten nach Monographien (104 Titel) und Aufsätzen (58 Titel); der dritte Abschnitt Internet websites führt noch einmal die 184 Bauwerke auf, zu denen auf Webseiten Informationen angeboten werden mit den bereits im Lexikon genannten URLs.[4] Der Geographical index verzeichnet zunächst die United States landmarks, der Rest der Welt folgt unter World landmarks, jeweils geordnet nach Bundesstaaten bzw. Ländern, innerhalb dieser nach dem Namen der Bauwerke. Der Subject index enthält alle vorkommenden Personen, Sachbegriffe, Körperschaften, Bauwerke und geographische Namen; Personen und Bauwerke mit eigenem Artikel sind durch fett gedruckte Seitenzahlen markiert, Illustrationen durch Klammerzusatz (il).

An Hand des geographischen Registers läßt sich leicht der Schwerpunkt ablesen; er liegt eindeutig bei den Landmarken der USA mit etwa 350 und innerhalb der USA bei New York (Stadt und Staat) mit 67 Artikeln. Außerhalb der USA werden 55 Länder bedacht, angeführt von England (ohne Schottland und Wales) mit 59 Artikeln, vor Frankreich (45) und Italien (34). Deutschland ist ebenso wie Rußland mit 14 Einträgen dabei, jedoch ist davon ein Eintrag falsch: die Reichenau Brücke steht in der Schweiz, nicht in Deutschland. Die Auswahl der World landmarks ist weder was die Länder noch was die Bauwerke betrifft, als ausgewogen zu bezeichnen, was möglicherweise daran liegt, daß der Autor (lt. Angaben auf dem Buchdeckel) zwar "professional writer",[5] aber weder Ingenieur noch Bauhistoriker ist. Es fehlen z.B. das Sturmflutwehr in der Oosterschelde und der Abschlußdeich des Ijsselmeeres einschl. der Landgewinnungsmaßnahmen (die Niederlande sind nur mit dem Ij Road Tunnel in Amsterdam vertreten), wenn Hadrianswall, Chinesische Mauer und Vietnam Veterans Memorial Wall verzeichnet sind, gehört auch die Berliner Mauer dazu, kein einziges Offshore-Bauwerk ist bedacht, es fehlt eine auf dem Reißbrett entstandene Stadt wie Brasilia, auch Eisenbahnen können einzigartige Ingenieurleistungen sein (z.B. der japanische Shinkansen, der französische TGV oder die Wuppertaler Schwebebahn). Auch hätte eine sorgfältige Redigierung manche Fehler ausmerzen können.[6]

Für wissenschaftliche Bibliotheken sind die Informationen zu oberflächlich, für Allgemeinbibliotheken ohne (bau)technische Bestände und zum schnellen Nachschlagen kann der Band hilfreich sein. Da überwiegend Daten vermittelt werden, ist die englische Sprache kein Hindernis, eher der doch recht hohe Preis. Ein Großteil der Informationen läßt sich auch durch eine einfache Suche im Internet, z.B. über Altavista, beschaffen, vieles steht in den großen Konversationslexika.[7]

Angelika Weber


[1]
Anzahl lt. Vorwort; eine Auszählung nach dem geographischen Index ergab 709 Objekte, jedoch werden grenzüberschreitende Bauwerke unter beiden Staaten aufgeführt. (zurück)
[2]
Additional information heißt: es gibt ausreichend weiterführende Literatur, die genannten Quellen bieten einen guten Einstieg. Source heißt: es gibt nur wenig Information, die an der zitierten Quelle zusammengefaßt ist. (zurück)
[3]
In Spitzenposition: Petronas Tower 1 (Kuala Lumpur/Malaysia, 450 m hoch), Akashi-Kaikyo Bridge (Kobe/Japan, Hängebrücke mit 1990 m Spannweite), Rogun Dam (Rußland, 335 m hoch, im Bau). (zurück)
[4]
Von den angegebenen URLs wurden Ende 1999 10 überprüft: 5 waren nicht mehr verfügbar und bei einer (zum Guavio Dam) war inhaltlich die versprochene Information nicht zu finden. (zurück)
[5]
[Berlow] "... is the author of Medical Ethics : A Reference Handbook; Sports Ethics : A Reference Handbook; and has contributed articles to the series How Products Are Made." (zurück)
[6] Einige Beispiele: die Severn Bridge (England) wurde im Subject index mit der (Kölner) Severin Bridge zusammengelegt; im Abschnitt Biography wird im Eintrag Telford, Thomas eine Brücke in Wittingen/Germany mit 117 m Spannweite erwähnt, gemeint ist aber die (im Lexikonteil richtig beschriebene) Limmat River Bridge in Wettingen/Schweiz mit 61 m Spannweite; der in der Rangliste im Appendix C als höchster Damm der Welt genannte Rogun Dam fehlt im Lexikonteil. Die nichtenglischsprachigen Eigennamen wurden teils (verballhornt) beibehalten, teils übersetzt ("Charles Bridge see Karlsbrucke Bridge", aber "Kappelbrucke see Chapel Bridge of Lucerne", richtig wäre auch Kapellbrücke bzw. "Kapellbrucke"; Grant Dixence muß Grande Dixence heißen usw.). Die Abschnitte Bibliography und Internet websites sind überflüssig, die Register dagegen nützlich und vollständig, ebenso das System der Verweisungen. (zurück)
[7]
Eine Rezension dieses Bandes kommt - ohne kritisch die Auswahl zu beleuchten oder auf sachliche Richtigkeit einzugehen - allein aus mehr formalen Gründen zu einer ähnlichen Kaufempfehlung: E-Streams : electronic reviews of science & technology references covering engineering, agriculture, medicine and science. Die Zeitschrift ist kostenlos, aber nur elektronisch verfügbar unter http://www.e-streams.com/f home.htm. - Die Rezension von Lynn Rudasill ist nachzulesen unter http://www.e-streams.com/es0203/es0203 274.htm. (zurück)

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