Bibliotheksservice-Zentrum (BSZ) Baden-Württemberg // Südwestdeutscher Bibliotheksverbund
Rezension aus:
Informationsmittel für Bibliotheken (IFB) 8(2000) 1/4
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Denkmäler jüdischer Kultur in Bayern


00-1/4-228
Denkmäler jüdischer Kultur in Bayern / mit Beitr. von Hubert Bauch ... - München : Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege, 1994. - 148 S. : zahlr. Ill. ; 30 cm. - (Arbeitsheft / Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege ; 43). - ISBN 3-87490-911-5 (Lipp). - (Lipp-Verlag, München)
[5863]

Jüdische Kulturdenkmäler in Bayern sind aber nicht nur über Harburgers Werk und damit über eine Dokumentation, deren Historizität selbst schon Quellenwert besitzt, greifbar. Auch die aktuelle bayerische Denkmalpflege hat sich in den letzten Jahren gezielt mit dieser besonderen Aufgabenstellung auseinandergesetzt. Nachdem in den achtziger Jahren in rascher Folge für ganz Bayern Denkmallisten erstellt wurden[1] und hierin - den Chrakteristika dieses Verzeichnungstyps entsprechend - insbesondere die herausragenden und unter Denkmalschutz gestellten Objekte lediglich aufgelistet waren, wurden nun mit Beginn der neunziger Jahre insgesamt differenziertere Inventarisierungsvorhaben (wieder) aufgenommen. Hierzu gehörte es auch, die Verzeichnung und Erhaltung der in Bayern verbliebenen Objekte jüdischer Kultur gesondert und besonders zu thematisieren. Das 1994 erschienene Arbeitsheft des Bayerischen Landesamtes für Denkmalpflege über Denkmäler jüdischer Kultur in Bayern spiegelt bereits diese differenziertere Sicht. In Einzelbeiträgen werden Synagogen Bayerns (bis hin zu Dorfsynagogen) exemplarisch dokumentiert und - soweit möglich - Aspekte der Restaurierung und der heutigen Nutzung diskutiert. Einen Blick auf die Praxis der Denkmalverzeichnung in Bayern in den achtziger Jahren mit ihrer vorrangigen Ausrichtung auf das Erstellen von Denkmälerlisten bietet noch einmal der Beitrag von Wolfram Lübbeke (S. 102 - 112), in dem er aber nun den Komplex der Denkmale jüdischer Vergangenheit in Bayern herausgreift, diesen als "eine thematische Betrachtung der Denkmallisten" skizziert und dabei Ausprägungen und Grenzen dieses Überlieferungsmusters und der bisherigen Dokumentationspraxis verdeutlicht. Das Arbeitsheft beschließt eine Zusammenstellung der Zeugnisse jüdischer Vergangenheit in den Denkmallisten, also ein thematischer, topographisch geordneter Auszug aus den in den 80er Jahren erstellten Denkmallisten der sieben bayerischen Regierungsbezirke, der aber entsprechend dem Charakter der Denkmallisten nur mit äußerster Knappheit über die Zeugnisse jüdischer Kulturgeschichte in Bayern informiert. Hier können die vorausgegangenen Einzelbeiträge als nun exemplarisch gebotene Ergänzung und Vertiefung der älteren kargen Tradierungsform gesehen werden.

Nordrhein-Westfalen


[1]
Zur Denkmalinventarisierung in Deutschland vgl. IFB 95-3-403 - 412, insbesondere aber die Abschnitte 5.1. Die Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland und 6. Bayern als Beispiel für das Nebeneinander verschiedener Pubikationstypen von Inventaren. - Die bayerischen Denkmallisten erschienen als Denkmäler in Bayern. [Tl. 1.]. - 1985 - 1986. (zurück)

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