Bibliotheksservice-Zentrum (BSZ) Baden-Württemberg // Südwestdeutscher Bibliotheksverbund
Rezension aus:
Informationsmittel für Bibliotheken (IFB) 8(2000) 1/4
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The Cambridge bibliography of English literature


00-1/4-187
The Cambridge bibliography of English literature . - 3. ed. - Cambridge : Cambridge University Press. - 26 cm
[5988]
Vol. 4. 1800 - 1900 / ed. by Joanne Shattock. - 1. publ. - 1999. - XXX S., 2978 Sp., S. 2979 - 2995. - ISBN 0-521-39100-8 : 125.00

Die 3. Aufl. der maßgeblichen retrospektiven Auswahlbibliographie zur Literatur Großbritanniens kann auf eine über ein halbes Jahrhundert währende Geschichte zurückblicken. Die 1. Aufl. erschien 1940 in drei Text- und einem Registerband und wurde 1957 durch ein Supplement für die Berichtszeit ca. 1940 - 1955 aktualisiert. Diese 1. Aufl. wurde weitestgehend ersetzt durch die 2. Aufl. u.d.T. The new Cambridge bibliography of English literature (NCBEL), die von 1969 - 1977 in vier Textbänden und einem Registerband erschienen ist.[1] Nach einem Vierteljahrhundert erscheint nun als erster von jetzt fünf geplanten Epochenbänden[2] und einem Registerband der für die Literatur des 19. Jahrhunderts.

Der CBEL3 liegt ein extrem weiter Literaturbegriff ("English literature in its broadest sense", S. VII) zugrunde, wie sich aus der folgenden Aufführung der Gliederung ablesen läßt: 1. Book production and distribution (mit knapp 100 Sp.); 2. Literary relations with the continent;[3] 3. Poetry; 3. The novel;[4] 5. Drama; 6. Prose; 7. History; 8. Political economy; 9. Philosophy and science; 10. Religion; 11. English studies; 12. Travel; 13. Household books; 14. Sport; 15. Education; 16. Newspapers and magazines. Die Kapitel 3 - 6 sind in jeweils drei Zeitabschnitte untergliedert (1800 - 1835, 1835 - 1870, 1870 - 1900), denen die Autoren auf Grund ihres Geburtsjahres zugeordnet werden. Autoren die Werke in verschiedenen literarischen Gattungen verfaßt haben, sind bei der hauptsächlichen Gattung verzeichnet. Zu den Spezifika der 3. Aufl. gehört die erstmalige Aufnahme sehr zahlreicher, bisher nicht berücksichtigter Autoren und insbesondere Autorinnen; diesem Trend entspricht auch die Aufgabe der in der Vorauflage vorgenommenen Trennung in große und kleine Autoren, so daß man jetzt innerhalb der Zeitabschnitte nur noch ein Autorenalphabet antrifft. Eine Autoreneintrag gliedert sich in einen Einleitungs- und zwei Hauptteile: 1. Handschriften und Nachlässe; Subjektive und objektive Bibliographien und sonstige Nachschlagewerke; Gesammelte Werke; 2. Primärliteratur, chronologisch innerhalb der Gattungen mit Anführung zeitgenössischer Rezensionen sowie von Übersetzungen; 3. Sekundärliteratur in folgenden Abschnitten mit unterschiedlicher Verzeichnungsdichte: a) eine Auswahl der vor 1920 erschienenen literaturkritischen Zeugnisse, Nachrufe etc.; b) ein möglichst vollständiges Verzeichnis der Arbeiten zu Entstehung, Überlieferung, Druck- und Publikationsgeschichte etc., Themen, die man nur mit dem englischen Begriff "textual and bibliographical criticism" umschreiben kann; c) ein stark auswählendes Verzeichnis nur der wichtigsten Biographien, der einzelnen bedeutenden Autoren gewidmeten Zeitschriften sowie der Adaptionen in anderen Medien (Film, Fernsehen, Radio); dieses ist der größte Unterschied und zugleich die größte Reduktion gegenüber der Vorauflage, die noch ein breites Angebot an Sekundärliteratur bereithielt, auf das jetzt unter Hinweis auf die laufenden Bibliographien verzichtet wird. Innerhalb der Abschnitte erfolgt die Anordnung chronologisch.

In Anbetracht der trotz der Amputation bei der Sekundärliteratur immensen Titelfülle kann diese nur deswegen zwischen zwei Buchdeckeln Platz finden, weil die Titelaufnahmen extrem verkürzt sind. Vornamen sind abgekürzt, der Erscheinungsort ist nur dann angegeben, wenn nicht London, es fehlt die Verlags- und die Umfangsangabe und selbst die Seitenangabe bei unselbständigen Schriften.

Der Wert der CBEL3 liegt somit primär bei der Verzeichnung der Primärliteratur und der Sekundärliteratur in den Bereichen, in denen sie in angemessener Breite verzeichnet wird. Bedauerlich, wenngleich aus ökonomischen Gründen verständlich, ist der Verzicht auf die Verzeichnung der sonstigen neueren Sekundärliteratur. Die Begründung für diese Entscheidung, die dazu führt, daß man die NCBEL weiterhin in den Auskunftsapparaten bereithalten muß, nämlich eine unnötige Duplizierung mit den beiden laufenden Bibliographien (MLAIB und ABELL) zu vermeiden, überzeugt nicht, da man ja auch einen Großteil der Primärliteratur in den großen und inzwischen auch digitalisierten Bibliotheks- und Gesamtkatalogen ermitteln kann, dazu mit ausführlicheren Titelaufnahmen. Der Vorzug dieser wie anderer gedruckter Bibliographien, den Benutzer nicht mit einer ungegliederten Titelmasse zu erschlagen, sondern diese wohlgeordnet zu präsentieren, gilt natürlich für die Sekundärliteratur genausogut wie für die Primärliteratur. Es ist dies das hauptsächliche Argument für die Erarbeitung und Beschaffung gedruckter Bibliographien.

Klaus Schreiber


[1]
Da die Textbände vor dem Beginn der Rubrik Ausgewählte Bibliographien und andere Nachschlagewerke in der ZfBB erschienen sind, konnte dort nur der abschließende Registerband angezeigt werden:
The new Cambridge bibliography of English literature. - Cambridge : Cambridge University Press [0848]. - Vol. 5. Index / comp. by J. D. Pickles. - 1977. - XIV S., 542 Sp. - ISBN 0-521-21310-X. - Rez.: ABUN in ZfBB 24 (1977),4, S. 377.
Eine Kurzausgabe erschien u.d.T. The shorter New Cambridge bibliography of English literature / ed. by George Watson. - Cambridge [u.a.] : Cambridge University Press, 1981. - XIV, S., 1612 Sp., S. 1616 - 1622 ; 26 cm. - ISBN 0-521-22600-7 : 40.00 [0643]. - Rez.: ABUN in ZfBB 29 (1982),3, S. 234 - 235. (zurück)
[2]
1. 600 - 1500. - 2. 1500 - 1700. - 3. 1700 - 1800. - 4. 1800 - 1900. - 5. 1900 - 2000. - Die Periodisierung der NCBEL war: 1. 600 - 1660. - 2. 1660 - 1800. - 3. 1800 - 1900. - 4. 1900 - 1950. (zurück)
[3]
Der Abschnitt zu Deutschland (Sp. 127 - 157) gliedert sich wie folgt: Bibliographien; Allgemeine Untersuchungen; Anthologien in englischer Übersetzung; Deutsche Autoren bzw. Englische Autoren jeweils im Namenalphabet. (zurück)
[4]
Mit einem langen Abschnitt zur Kinder- und Jugendliteratur (Sp. 1730 - 1920). (zurück)

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