Bibliotheksservice-Zentrum (BSZ) Baden-Württemberg // Südwestdeutscher Bibliotheksverbund
Rezension aus:
Informationsmittel für Bibliotheken (IFB) 8(2000) 1/4
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Janosch


00-1/4-036
Janosch : Katalog ; mit einer vorläufigen Bibliographie seiner bisher erschienenen Bücher ; Museum Ostdeutsche Galerie, Regensburg 25. 1. - 8. 3. 1998 ... / [Hrsg.: Axel Feuß und Andreas J. Meyer]. - 1. Aufl. - Gifkendorf : Merlin-Verlag, 1998. - 143 S. : Ill. ; 25 cm. - ISBN 3-926112-76-X (Museumsausg., br.) : DM 29.00 - ISBN 3-926112-77-8 (geb.) : DM 38.00
[5265]

Eine umfangreiche Ausstellung war Janosch (Pseudonym für Horst Eckert), dem Kinderbuchautor- und Illustrator, Romanschriftsteller, Graphiker und Produktdesigner, gewidmet. Janosch ist wohl zur Zeit der erfolgreichste deutsche Bilderbuchkünstler. Seit 1960 hat er 150 Bilderbücher, zu denen er die Texte und Illustrationen schuf, veröffentlicht. Selten gelingen Text und Bild aus der Hand eines Künstlers so kongenial wie bei Janosch. Seine liebenswürdigen Gestalten, erwecken sofort Sympathie. Die anthropomorphisierten Tierfiguren nimmt man ihm ab. Diese Mensch-Tier-Figuren erzeugen nicht die Vorstellung einer Verniedlichung der Tierwelt. Jens Thiele schreibt: "So spielerisch und unverkrampft wie kaum ein anderer Autor entwirft Janosch in seinen Büchern neoromantische Idyllen, Bilder voller Emotionalität und Sentimentalität, immer gepaart mit liebenswerter Ironie und verhaltener Zivilisationskritik." Jens Thiele vermerkt aber auch, daß Janosch "seinem typischen Illustrationsstil nicht ohne weiteres entkommen kann, daß der Kinderbuchmarkt ihn so haben will, wie er jetzt ist".

Der Katalog, der die Ausstellung an sechs Orte begleitet, enthält neun Beiträge von ausgewiesenen Kinderbuch- und Illustrations-Experten wie Jens Thiele, Horst Künnemann, Werner Timm u.a. Sie stellen verschiedene Aspekte der Illustrationskunst Janoschs vor. Besonders interessant sind darunter der Beitrag von Bernd Dolle-Weinkauf zur Bildgeschichte und Comic im Werk Janoschs und der von Corola Pohlmann über Janosch als Bearbeiter historischer Stoffe - erläutert am Beispiel von "Janosch erzählt Grimm's Märchen". Sie zeigt, daß Janosch das Stoffreservoir der Weltliteratur nach seinen Bedürfnissen nutzte, daß die historischen Stoffe für ihn Anregungen zum Weiterdenken und Weiterschreiben sind.

In der Ausstellung waren neben zahlreichen Originalen zu Bilderbüchern auch Bilder für Kinder und Erwachsene, Bilder auf Postern, Kalendern und Postkarten, auf T-Shirts, Zahnbürsten, Bettwäsche und Schirmen zu sehen sowie die weitere Vermarktung seiner Bilderbuchfiguren zu Spielzeug, Geschenk- und anderen Design-Artikeln.

Die Bibliographie im Katalog beschränkt sich auf die Buchausgaben. Der Bearbeiter, Axel Feuß, nennt sie bescheiden Versuch einer annähernd vollständigen Janosch-Bibliographie. Bei einem so produktiven Künstler wie Janosch ist man immer unsicher, ob wirklich alles Erschienene ermittelt werden konnte. Die 386 Nummern umfassende Titelliste verzeichnet allein 150 Titel für Kinder. Den chronologisch nach dem Ersterscheinungsjahr geordneten Titeln sind spätere Ausgaben in anderen Verlagen oder Ausgaben unter einem neuem Titel zugeordnet. Das ist geschickt gemacht und bläht die Bibliographie nicht unnötig auf. Der Umfang der Bücher wird leider nicht angegeben. Auch wird die Anzahl der Auflagen nicht vermerkt, sie hätte Auskunft geben können über den Erfolg einzelner Titel. Zu ergänzen wäre noch, daß der Titel Schlafe, lieber Hampelmann 1967 auch im Kinderbuchverlag Berlin erschienen ist.

Die Auslandsausgaben, d.h. die in dreißig Sprachen übersetzten Bücher Janoschs, sind ebenfalls chronologisch geordnet. Das ist für den Benutzer sehr unpraktisch, da es kein Titelregister gibt, muß er zur Feststellung, ob ein bestimmter Titel in einer bestimmten Sprache vorliegt, alle 150 Titel durchsehen. Die Bibliographie vermerkt auch Janoschs Texte für andere Illustratoren (4) oder seine Illustrationen für andere Autoren (26). Den Abschluß bilden die Bücher Janoschs für Erwachsene (16 Titel) und Janosch über Janosch (6 Titel). Eine Kurzbiographie beschließt den Katalog. Literatur über Janosch muß man den Anmerkungen der einzelnen Beiträgen entnehmen.

Der Katalog ist mit über fünfzig meist farbigen Abbildungen geschmückt, die einen guten Eindruck von Janoschs Illustrationskunst vermitteln.

Heinz Wegehaupt


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